Konferenzteilnehmer spielen mit einer riesigen Erdkugel | Bildquelle: AFP

Klimagipfel billigt Fahrplan "Es ist wirklich viel zu tun"

Stand: 19.11.2016 11:12 Uhr

Mit Appellen, einer Einladung auf die Fidschi-Inseln an Klimaskeptiker Trump und einem Fahrplan zur Umsetzung des Pariser Abkommens ist die Klimakonferenz in Marrakesch zu Ende gegangen. Die UN-Klimachefin rief zur Arbeit auf. "Es ist wirklich viel zu tun."

Bei der Klimakonferenz in Marrakesch haben die Delegierten einen Fahrplan zur Umsetzung der Klimaschutzziele von Paris beschlossen. In dem Papier, das in der Nacht verabschiedet wurde, verpflichten sich die Teilnehmerstaaten, im Jahr 2017 erneut zusammenzukommen, um ihre Fortschritte beim Klimaschutz zu überprüfen.

Im Mittelpunkt der knapp zweiwöchigen Gespräche in Marokko stand die Ausgestaltung des Pariser Klimaschutzabkommens. Dazu zählten auch Finanzhilfen reicher Staaten für die Bewältigung des Klimawandels in armen Ländern. Vor rund einem Jahr hatte sich die Weltgemeinschaft in Paris auf das Ziel verständigt, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.

Zuversicht nach Abschluss der Klimakonferenz in Marrakesch
tagesschau 20:00 Uhr, 19.11.2016, Stefan Schaaf, ARD Madrid, zzt. Marrakesch

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Am Montag beginnt die Arbeit

UN-Klimachefin Patricia Espinosa rief die Weltgemeinschaft auf, im Kampf gegen die Erderwärmung nicht nachzulassen. Am Wochenende dürfe nun gefeiert werden, sagte die Mexikanerin nach dem um rund sechs Stunden verspäteten Abschluss der Verhandlungen in Marrakesch. "Aber lasst uns dann am Montag wieder mit der Arbeit beginnen. Es ist wirklich viel zu tun."

Espinosa hatte das Generalsekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen im Sommer übernommen. "Die Bedrohung durch den Klimawandel ist echt - aber unsere Antwort auf die Bedrohung ist es auch", sagte sie. Der Schlüssel zum Erfolg sei eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Das sei in Marrakesch gelungen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lobte die Konferenz in Marrakesch als konsequente Fortsetzung der Klimaschutzbemühungen in Paris. "Wir haben den Rückenwind der letzten Monate genutzt und wichtige Weichen für die zügige und ambitionierte Verwirklichung des Paris-Abkommens gestellt", sagte die SPD-Politikerin zum Abschluss der Konferenz. Auch Umweltverbände lobten die erzielten Fortschritte.

Barbara Hendricks | Bildquelle: BMUB/Sascha Hilgers
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Barbara Hendricks spricht von "Rückenwind".

China als neuer Vorreiter?

Viel Lob gab es in Marrakesch für eine deutsche Initiative, Regierungen mit einer Partnerschaft bei deren Klimaplänen zu helfen. Und es könnte ein Bündnis mit dem weltgrößten Klimaverschmutzer China geben. Denn nach der US-Wahl haben viele Staaten in Marrakesch erklärt: Klimaschutz - jetzt erst recht. Das macht den Gipfel für die Chefin von Greenpeace International, Jennifer Morgan, so wichtig: "Diese Konferenz hat viel mehr Bedeutung bekommen durch die Wahl Donald Trumps. Weil die Welt hier in Marrakesch versammelt war und das war die Chance für wichtige Länder wie China zu sagen: Wir machen weiter."

So könnte China die Lücke füllen, die die USA nach der Trump-Wahl möglicherweise im internationalen Klimaschutz hinterlassen - zusammen mit Deutschland und der EU, sagt die Bundesumweltministerin: "Wir sind uns darüber im Klaren, dass China und Europa ehrgeizig sein müssen, denn Klimaschutz ist ein Innovationstreiber. Da sind wir uns mit China sehr einig."

Trump erhält Einladung der Fidschi-Inseln

Überschattet wurden die Verhandlungen vom Wahlsieg Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl in der vergangenen Woche. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, als US-Präsident das Pariser Klimaschutzabkommen aufzukündigen, die Klimaerwärmung nannte er einmal einen "Scherz". Der Regierungschef der Fidschi-Inseln, Frank Bainimarama, lud den Klimaskeptiker nun zu einem Besuch in den Inselstaat ein, um sich persönlich von den Folgen der Erderwärmung zu überzeugen. Fidschi gehört zu den kleinen Inselstaaten, die von den Folgen des Klimawandels besonders bedroht sind. Marokkos Außenminister und Konferenzleiter Salaheddine Mezouar forderte von Trump "Pragmatismus" ein.

Das UN-Klimaabkommen war am 4. November in Kraft getreten und wurde inzwischen von 110 Staaten ratifiziert, darunter die größten Treibhausgas-Verursacher USA und China. Da das Abkommen inzwischen in Kraft ist, wäre eine nachträgliche Annullierung des US-Beitritts ein kompliziertes und langwieriges Manöver.

Die nächste Klimakonferenz wird 2017 von den Fidschi-Inseln ausgerichtet, sie findet aus logistischen Gründen aber in Bonn statt. Die übernächste Klimakonferenz wird dann 2018 in Polen stattfinden.

Mit Informationen von Stefan Ehlert, ARD-Studio Rabat

COP22 - Klimagipfel: Globaler Schulterschluss gegen Trump
W. Eckert, SWR
19.11.2016 07:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. November 2016 um 04:45 Uhr.

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