Der Präsident des Klimagipfels in Marrakesch und zwei Beisitzerinnen posieren während einer Pressekonferenz. | Bildquelle: AFP

Klimagipfel vor dem Abschluss Kommt das Wunder von Marrakesch?

Stand: 18.11.2016 04:15 Uhr

Seit zehn Tagen beraten die Teilnehmer des Klimagipfels in Marrakesch, wie das in Paris vereinbarte Zwei-Grad-Ziel erreicht werden kann. Heute soll das Treffen zu Ende gehen - die Teilnehmer hoffen auf eine kleine Sensation.

Von Stefan Ehlert, ARD-Studio Rabat

Man sah sie zuletzt etwas häufiger beim Klimagipfel, die Sanitäter mit entkräfteten Teilnehmern im Schlepptau. Zu viel Sonne, zu wenig getrunken, zu viel Stress. Höchste Zeit, dass der Gipfel zum Ende kommt.

Managen und nicht abholzen

Laut Plan soll es heute Abend um 18 Uhr soweit sein. Doch Victor Kabengele Wa Kadilu, Delegierter aus Kinshasa, hat daran Zweifel: "Wir sind immer noch dabei, über das Geld zu debattieren. Der Kampf ist hart." Er ist Unterhändler der Demokratischen Republik Kongo, ein Land, das extrem wichtig ist für den Abbau von Treibhausgasen. Denn im Kongo befindet sich der zweitgrößte Tropenwald der Welt - ein Staubsauger für das schädliche Kohlendioxid in der Atmosphäre.

"Wir unternehmen etwas zum Schutz unserer Wälder, damit dieses Kapital, das für zehn Prozent der Waldfläche auf der Welt steht, vernünftig gemanaged wird", sagt Kadilu. Vernünftig gemanaged, also nicht abgeholzt. Der Kongo gehört zur Gruppe der afrikanischen Staaten, die gemeinsam mit China und der marokkanischen Konferenzleitung von den Industriestaaten beim Klimaschutz mehr Tempo fordern. Und mehr Mittel, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.

Weltklimakonferenz in Marrakesch
tagesschau 15:00 Uhr, 18.11.2016, Stefan Schaaf, ARD Madrid, zzt. Marrakesch

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"Wir müssen schneller werden"

Die bange Frage, die niemand in Marrakesch positiv beantworten wollte: Kann das in Paris vereinbarte Zwei-Grad-Ziel erreicht werden? Schon jetzt ist die Welt im Mittel 1,2 Grad wärmer als vor der Industrialisierung. Eric Solheim, Chef der UN-Umweltorganisation UNEP, setzt weniger auf die Politik als vielmehr auf die Wirtschaft: "Die Zeit drängt, aber letztes Jahr wurde zum ersten Mal mehr Geld in erneuerbare Energien investiert als in fossile. Wir bewegen uns in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller werden."

Doch kann das gelingen ohne die USA, den zweitgrößten Verschmutzer? US-Präsident Obamas Klimabotschafter, Jonathan Pershing, warnte gestern davor, den Kopf in den Sand zu stecken: Man wisse noch gar nicht, was die Regierung des designierten US-Präsidenten Donald Trump vorhabe, sagte er. Obwohl es die ganze Welt, oder zumindest die Zehntausenden Teilnehmer des Klimagipfels gern wüssten.

China als Klimapolizei?

Die neue Führungsrolle beim Klimaschutz könnte China zukommen, in Zusammenarbeit mit Europa – da sind sich nahezu alle einig in Marrakesch. Eine politische und sogar moralische Führungsrolle wollen viele erstmals dem Reich der Mitte zugestehen. Die Welt rückt zusammen – einstweilen ohne die USA. Große Knoten, verlautete gestern aus deutschen Delegationskreisen, müssten in Marrakesch heute nicht mehr durchschlagen werden.

Deutschlands Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth gab sich zuversichtlich, der Gipfel werde pünktlich heute Abend beendet sein. "Ich gehe davon aus, dass das keine Klimakonferenz wird, die lange überzieht. Ich glaube nicht, dass es eine Nachtsitzung gibt." Das wäre nach den quälenden Gipfeln der Vorjahre eine kleine Sensation – sozusagen das Wunder von Marrakesch.

COP22: Wo hakt's beim Klimagipfel?
S. Ehlert, HR
18.11.2016 00:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. November 2016 um 18:29 Uhr

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