Kompromissvorschlag Katars soll UN-Klimagipfel retten

Katar will UN-Klimagipfel retten

Kompromissvorschlag: Über Geld reden wir später

Gastgeber Katar hat neue Kompromissvorschläge vorgelegt, um ein Scheitern des UN-Klimagipfels in letzter Minute zu verhindern. Der Präsident der Konferenz, der stellvertretende katarische Ministerpräsident Abdullah Bin Hamad Al Attijah, schlug vor, das zum Ende des Jahres auslaufende Kyoto-Protokoll bis 2020 zu verlängern. Zudem solle eine Entscheidung über eine größere finanzielle Hilfe für Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Anpassung an die Klimaschutzziele auf nächstes Jahr verschoben werden.

Der Präsident der UN-Klimakonferenz in Doha, Al Attija (Bildquelle: dapd)
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"Ein Paket, mit dem wir alle Leben können", nennt Konferenzpräsident Al Attija seinen Kompromissvorschlag

"Ich denke, dass ist ein Paket, mit dem wir alle Leben können", sagte Attijah. Bundesumweltminister Peter Altmaier, der federführend an den Verhandlungen beteiligt ist, zeigte sich verhalten optimistisch: "Seit gestern Abend Reihe von Verbesserungen, keine Verschlechterungen, aber noch ist nichts entschieden", twitterte er am Morgen.

Seit knapp zwei Wochen beraten Vertreter aus 194 Staaten in Doha im Emirat Katar über die nächsten Schritte im Kampf gegen den Klimawandel. Eigentlich sollte die Konferenz gestern zu Ende gehen.

"Ich frage Sie, Minister und Delegationsleiter, glauben Sie, dass weitere Verhandlungen das, was uns vorliegt, wesentlich verbessern würden? Und wenn ja, zu welchem Preis?", sagte Konferenz-Präsident Attijah. Er gestand ein, dass die neuen Vorschläge nicht alle Themen lösten.

Werner Eckert (ARD) zu den schwierigen Verhandlungen in Doha
nachtmagazin 00:55 Uhr, 08.12.2012

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BUND: Entwicklungsländer werden allein gelassen

Martin Kaiser von Greenpeace nannte die neuen Vorschläge eine "große Enttäuschung". In dem Papier gebe es für die kommenden drei Jahre keine konkreten Zusagen der Industriestaaten für die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder. Die Entwicklungsländer würden mit ihren Kosten für die Folgen des Klimawandels allein gelassen, kritisierte Ann Kathrin Schneider vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Finanzen seien der Knackpunkt in Doha, sagte Jan Kowalzig von Oxfam. "Es ist kein Wunder, dass das bis zum Schluss noch nicht geklärt ist."

Keine Zusagen der USA

Vereinfacht gesagt verliefen die Fronten in diesem Punkt zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Besonders die USA wollen bisher keine Aussage über die künftige Finanzierung machen. Die EU hatte als Union zwar keine Zahlen vorgelegt, die großen Geldgeber in Europa, darunter Deutschland, hatten aber für das kommende Jahr Zusagen gemacht.

Den Entwicklungsländern reicht das nicht. Sie fordern auch einen klaren Plan, wie bis 2020 die bereits beschlossene Summe von 100 Milliarden Dollar jährlich für Klimahilfen zustande kommen soll. Sie fürchten, mit Klimaschäden und Nahrungskrisen alleine gelassen zu werden.

Stand: 08.12.2012 10:48 Uhr

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