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Immerhin: Optimismus und Handlungswillen verspürte UN-Generalsekretär Ban nach dem Klimagipfel in New York. Japan und die EU legten konkrete Ziele vor. Doch die USA und China blieben unkonkret. So warnte Umweltminister Gabriel vor den Folgen des Scheiterns der Klimaverhandlungen in Kopenhagen.
Von Lena Bodewein, ARD-Hörfunkstudio New York
Vielleicht hatte die 13-jährige Yugratna Srivastava als Kinderdelegierte den Mächtigen der Welt den richtigen Arbeitsauftrag zum Klimagipfel gegeben: "Ehrenwerte Staatschefs, wann immer sie Politik machen in ihren klimatisierten Räumen, denken sie an ein Kind, das in der Hitze des Treibhaus-Effektes leidet. Denken Sie daran, wie dieses Mitglied der menschlichen Spezies ums Überleben kämpft."
So kam es, dass UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Ende des von ihm initiierten Gipfeltreffens etwas verspürte, was viele Monate lang in den Klimaverhandlungen gefehlt hatte: Optimismus und den Willen zu handeln: "Ohne das heutige Treffen würde es die Welt nicht über die Ziellinie in Kopenhagen schaffen."
Die Botschaft sei klar: Kopenhagen muss ein umfassendes Abkommen bringen. Der Gipfel war ein dringend notwendiger Schritt, findet der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel: "Wir müssen offen sagen, dass bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen die Gefahr des Scheiterns besteht und dass der Generalsekretär der Vereinten Nationen gut daran getan hat, die Staats- und Regierungschefs nach New York einzuladen. Denn es wird nichts werden, ohne dass sie sich massiv in die Verhandlungen einmischen."
Ban sagte, das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Schwellenländern sei gestärkt worden. Das ist besonders wichtig, da die Finanzierung der Klimaschutz-Bemühungen vor allem in den Entwicklungsländern in einem neuen Klima-Abkommen nach wie vor umstritten ist. Ban sagte, er habe an diesem Tag viele gute Pläne und Initiativen gesehen und trotz enttäuschter Äußerungen vieler Beobachter auch einige konkrete Zusagen gehört: "Japans neuer Premier hat zugesagt, die Treibhausgase bis 2020 um ein Viertel zu reduzieren. Die Europäische Union hat ihr 20 Prozent-Ziel bestätigt und ist sogar zu 30 Prozent bereit. Länder wie China und Indien haben deutliche Maßnahmen versprochen. Das alles ist bedeutend."
[Bildunterschrift: Aufrüttelnd war Obamas Rede, aber wenig konkret. ]
So hoch die Erwartungen an die USA waren, so unzufrieden waren vor allem Umweltschützer nach der Rede Barack Obamas. Der US-Präsident machte die Dringlichkeit eines Erfolgs in Kopenhagen deutlich, er warnte vor einer Katastrophe. "Die Reise ist lang, die Reise ist schwer und wir haben nicht mehr viel Zeit dafür. Jeder von uns muss Rückschläge aushalten und für jeden Zentimeter Fortschritt kämpfen", fügte er hinzu.
Doch trotz starker Rhetorik waren seine Aussagen wenig konkret. Gabriel zeigt Verständnis für Obama, fordert aber neue Initiativen von US-Seite: "Die Amerikaner sagen, ihr könnt uns ja verhauen, wir schaffen nicht mehr, wir schaffen nicht aufzuholen, was Bush verdorben hat. Da sagen wir: Okay, akzeptieren wir, nur sagt uns dann, wie die Aufholjagd weiterzugehen hat, und da müssen die Amerikaner konkreter werden."
Die USA sind zusammen mit China für 40 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Chinas Präsident Hu Jintao kündigte einen stärkeren Beitrag seines Landes zum Klimaschutz an, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Dabei bestand er auf einschränkenden Sonderregelungen, damit Chinas Wachstum nicht behindert wird. Er will den CO2-Ausstoß des Landes an die Wirtschaftsleistung koppeln.
Das läuft der Botschaft Deutschlands entgegen: Bundeskanzlerin Merkel sagte in einem Video, das am Abend übermittelt wurde: "Verantwortung für den Klimaschutz bedeutet, Emissionen zunehmend vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln."
Dänemarks Premierminister Lars Lökke Rasmussen lud als Gastgeber des Gipfels im Dezember alle Staats- und Regierungschefs nach Kopenhagen ein. Der Erfolg der Konferenz hänge auch von ihrem Engagement ab.
"Wir können Kopenhagen nicht zu einem Selbstmordpakt werden lassen!", rief der Präsident der Malediven der Versammlung zu. Seine Heimat droht zu versinken, wenn keine konkreten Maßnahmen die Erderwärmung stoppen. Frankreichs Staatspräsident Nicholas Sarkozy schlug ein weiteres Gipfeltreffen vor Kopenhagen vor.
So beschwört die 13-jährige Yugratna Srivastava die zahlreichen Staatsvertreter: "Wenn nationale Sicherheit, Frieden und wirtschaftliches Wachstum Priorität haben, warum nicht der Klimawandel? Ich bin sicher, dass Ihre Verhandlungen in Kopenhagen zum Besten der Menschheit enden werden. Sie müssen es."
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