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18.03.2010

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WWF warnt vor globaler Umweltkrise
WWF warnt vor globaler Umweltkrise

"Ökologische Krise viel härter als Finanzkrise"

Der globale Raubbau an der Erde wird laut WWF immer dramatischer. Das geht aus dem "Living Planet Report 2008" der Umweltstiftung hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Verglichen mit der vorangegangenen Studie von 2006 habe sich die Situation noch einmal drastisch verschärft, heißt es darin.

Steinkohleförderung (Foto: dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der WWF kritisiert die weltweite Ressourcenverschwendung. ]
Ressourcen würden immer schneller verbraucht. "Wir übersteigen mit unserem Konsum die vorhandenen Möglichkeiten um ein Drittel", warnte der Naturschutzdirektor des Worldwide Fund for Nature, Christoph Heinrich. Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen so weiter gehe, würden bereits im Jahr 2035 theoretisch zwei Planeten benötigt, um den weltweiten Bedarf an Nahrung, Energie und Fläche zu decken. Der Report 2006 hatte dafür noch eine Frist bis 2050 errechnet. Der WWF fordert deshalb dringend weltweite Maßnahmenpakete für Nachhaltigkeit.

Artenvielfalt schrumpft weiter

Auch die Artenvielfalt schrumpft laut WWF weiter bedrohlich: Der Living-Planet-Index misst die Bestände von fast 1700 Wirbeltierarten in aller Welt - er hat sich in den vergangenen 35 Jahren fast um ein Drittel verschlechtert. Während die Abnahme mancherorts in den gemäßigten Klimazonen ein Ende gefunden hat, zeigt der gesamte Index weiter einen rasanten Rückgang. "Die ökologische Krise wird uns um ein vielfaches härter treffen als die aktuelle Finanzkrise und früher oder später das Wohlergehen und die Entwicklung aller Nationen gefährden", so Heinrich. Verantwortlich dafür seien neben dem stark steigenden Ressourcenverbrauch vor allem die weltweite Abholzung, Klimawandel, Umweltverschmutzung und Überfischung.

Deutschland ist ein "ökologischer Schuldner"

Industrieabgase über dem Atlantik (Archivbild vom Mai 2001) (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das Satellitenbild zeigt Industrieabgase über dem Atlantik (Archivbild vom Mai 2001) ]
Mehr als drei Viertel der Menschheit lebten mittlerweile in Ländern, die "ökologische Schuldner" seien - das heißt, der nationale Konsum übersteige die Biokapazität des Landes, warnte James P. Leape, Generaldirektor von WWF International. Deutschland steht bei diesem "ökologischen Fußabdruck" im internationalen Vergleich auf Rang 30. Damit liegt es hinter Großbritannien, Frankreich und Österreich, aber deutlich über dem globalen Mittelwert. Deutschland gehört laut WWF somit zu den 50 "ökologischen Schuldnern" auf der Welt. Den größten "Fußabdruck" haben die USA und China. Der ökologische Fußabdruck ist eine komplexe Messgröße für die Inanspruchnahme von Ökosystemen und Arten.

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Ein Mitarbeiter der Organisation Greenpeace betrachtet die Ausmaße der Abholzung in Mato Grosso (Brasilien). Die brasilianische Regierung gibt bekannt, dass die Abholzung bereits über 26.000 Quadratkilometer des Amazonas-Becken betrifft. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Im Amazonas-Becken wird jede Minute eine Waldfläche in der Größe von neun Fußballfeldern abgeholzt. ]
Bis 2020 müsse vor allem im Energiesektor eine Trendwende eingeleitet sein, denn die Energieproduktion durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Erdgas habe 2005 fast 45 Prozent des weltweiten ökologischen Fußabdrucks ausgemacht, erläuterte der WWF. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energieeffizienz in Industrie, Gebäuden und Verkehr sowie der stufenweisen Schadstoff-Reduzierung fossiler Brennstoffe durch mehr Kohlendioxidabscheidung und - speicherung sei es jedoch bis 2050 möglich, den weltweiten Energiebedarf zu decken und zugleich den CO2-Ausstoß um 60 bis 80 Prozent zu reduzieren, heißt es im WWF Climate Solutions Model.

Stand: 29.10.2008 15:17 Uhr
 

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