Donald Trump während einer Pressekonferenz in New York | Bildquelle: AP

Pariser Klimaabkommen Steigt Trump doch nicht aus?

Stand: 18.09.2017 04:14 Uhr

Die USA kündigen das Pariser Klimaabkommen auf - oder doch nicht? Darauf weisen zumindest Äußerungen aus dem Umfeld von US-Präsident Trump hin. Man wolle "produktiv und hilfreich sein", sagte Außenminister Tillerson. Was steckt dahinter?

Die USA könnten nach Aussage von Außenminister Rex Tillerson doch im Pariser Klima-Abkommen bleiben. Allerdings müssten die Bedingungen für die USA fair und ausgewogen sein, sagte er dem Sender CBS. "Wir möchten produktiv sein, wir möchten hilfreich sein", sagte Tillerson.

Deshalb prüfe der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Gary Cohn, eine Zusammenarbeit mit anderen Ländern beim Klimaschutz, aber es handele sich weiterhin um ein "schwieriges Thema".

Der US-amerikanische Außenminister Rex Tillerson | Bildquelle: REUTERS
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Die USA könnten nach Aussage von Außenminister Rex Tillerson doch im Pariser Klima-Abkommen bleiben.

Der Nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus | Bildquelle: REUTERS
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US-Präsident Trump habe "die Tür offen gelassen" für eine Rückkehr in das Abkommen, so Herbert Raymond McMaster.

Sicherheitsberater: Trump hat "Tür offen gelassen"

Trumps nationaler Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster sagte dem Sender ABC, der US-Präsident habe "die Tür offen gelassen" für eine Rückkehr in das Abkommen zu einem späteren Zeitpunkt, "wenn es eine bessere Vereinbarung für die USA geben kann".

Das "Wall Street Journal" hatte zuvor unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, die USA würden entgegen der Ankündigung von Präsident Donald Trump nicht aus dem 2015 geschlossenen Vertrag austreten. Anfang August erhielt die Nachrichtenagentur Reuters Einsicht in eine Anweisung von Tillerson, wonach US-Diplomaten auf Fragen über eine Rückkehr zum Abkommen ausweichend antworten sollen.

USA kommen erst 2020 aus dem Abkommen

Trump hatte im Juni angekündigt, dass sich sein Land aus dem Pariser Abkommen zurückziehen werde, weil das von fast 200 Staaten unterzeichnete Abkommen Länder wie China und Indien auf Kosten der USA begünstige. Aufgrund vertraglicher Bestimmungen können die USA allerdings frühestens am 4. November 2020 aus dem Abkommen ausscheiden - und damit erst einen Tag nach der nächsten regulären US-Präsidentschaftswahl.

Mit dem Ende 2015 geschlossenen Abkommen soll die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter beschränkt werden. Die Ankündigung der größten Wirtschaftsmacht der Welt löste international Kritik aus.

Widersprüchliche Signale der Trump-Regierung
Martin Ganslmeier, ARD Washington
18.09.2017 12:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. September 2017 um 04:00 Uhr.

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