Mehr als 150 Staats- und Regierungschefs kamen zum Auftakt des Klimagipfels. | Bildquelle: REUTERS

Klimagipfel hat begonnen "Es geht um die Zukunft des Planeten"

Stand: 30.11.2015 14:08 Uhr

"Auf ihren Schultern ruhen die Hoffnungen der ganzen Menschheit", mit diesen Worten machte in Le Bourget Frankreichs Präsident Hollande die Bedeutung des Klimagipfels klar. "Es stand noch nie so viel auf dem Spiel, denn es geht um die Zukunft des Planeten", so Hollande.

Mehr als 150 Staats- und Regierungschefs sind nach Paris gekommen, zum Auftakt des Klimagipfels. Ihnen ist klar: Es steht sehr viel auf dem Spiel. Daher fand der Gastgeber, Frankreichs Präsident François Hollande, klare Worte: "Auf ihren Schultern ruhen die Hoffnungen der ganzen Menschheit." Der Gipfel müsse Ergebnisse liefern.

Eröffnung des Weltklimagipfels
tagesschau 17:00 Uhr, 30.11.2015, Lorenz Beckhardt, ARD Paris

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"Wir werden in einigen Tagen über mehrere Jahrzehnte entscheiden", so Hollande. Der Klimawandel beeinträchtige nicht nur das Leben auf der Erde, er befeuere auch Konflikte: "Es geht bei dieser Klimakonferenz um den Frieden", betonte Frankreichs Staatschef.

Hoffnung schöpft Hollande aus ersten Absichtserklärungen. Mehr als 180 Länder hatten bereits im Vorfeld des Pariser Klimagipfels nationale Absichtserklärungen abgegeben. Aus diesen Vorhaben müssten aber nun auch Taten werden, verlangt der Gastgeber.

USA übernehmen Verantwortung

Die USA wollen auf dem Klimagipfel Verantwortung übernehmen. US-Präsident Barack Obama hob hervor, sein Land übernehme Mitverantwortung für den Klimawandel. Die Vereinigten Staaten hätten daher in den vergangenen Jahren sehr viel zum Ausbau erneuerbarer Energien getan. Die CO2-Emissionen der USA seien nun auf dem tiefsten Stand seit 20 Jahren.

Verlässlichkeit fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris ein. Sowohl die Vereinbarungen als auch spätere Überprüfungen der gesteckten Ziele müssten verbindlich sein.

Merkel und Obama wollen sich auf dem Klimagipfel für verbindliche Ziele einsetzen. | Bildquelle: REUTERS
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Merkel und Obama wollen sich auf dem Klimagipfel für verbindliche Ziele einsetzen.

Auch China sieht in erneuerbaren Energien einen wichtigen Weg. China ist der größte Stromverbraucher der Welt und hat den größten Ausstoß an Treibhausgasen. Aktuell zeigen sich die Folgen des Energieverbrauchs im Smog über der Region Peking. Nach Ansicht von Xi Jinping muss der Klimagipfel die unterschiedliche Entwicklung der Teilnehmerländer berücksichtigen. Jedes Land müsse die Möglichkeit haben, eigene Lösungswege zum Klimaproblem zu entwickeln. Er forderte die Industrieländer auf, weitgehende Schritte zu unternehmen.

Unterstützung für Entwicklungsländer

Deutschland, Norwegen, Schweden und die Schweiz starteten bereits zusammen mit der Weltbank ein ganz konkretes Vorhaben. Sie wollen 250 Millionen US-Dollar für Entwicklungsländer bereitstellen. Mit diesem Geld sollen klimaschädliche fossile Brennstoffe abgeschafft und gesetzliche Hürden für erneuerbare Energien gesenkt werden.

Hintergrund: Globale Durchschnittstemperatur steigt an
30.11.2015, Ute Konrad, ARD-aktuell

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Der deutsche Chef-Unterhändler Karsten Sach hält es für notwendig, dass alle Industriestaaten diesem Beispiel folgen und ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar an Klima-Hilfen für Entwicklungsländer bereitstellen.

Allianz aus Gates, Zuckerberg & Co.

Auch 28 bekannte Unternehmen wollen unter der Federführung von Microsoft-Gründer Bill Gates eine eigene Initiative im Kampf gegen den Klimawandel starten. Zur "Breakthrough Energy Coalition" gehören außerdem IT-Größen wie Amazon-Chef Jeff Bezos, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Ex-HP-Chefin Meg Whitman und dem SAP-Mitgründer Hasso Plattner, andere Top-Unternehmer, darunter Aliko Dangote, der reichste Geschäftsmann Afrikas, die Finanziers George Soros und John Doerr sowie der Virgin-Gründer Richard Branson. Sie wollen sich mit einem Teil ihres Vermögens an der Erforschung sauberer Energie beteiligen.

Hunderttausende Tote durch Luftverschmutzung

Wieso eine Verringerung des CO2 Ausstoßes dringend nötig ist, zeigen auch Zahlen der Europäischen Umweltagentur: Demnach verursachte die Luftverschmutzung 2012 mehr als 430.000 vorzeitige Todesfälle in Europa verursacht. Die Luftverschmutzung führe zu Herz- und Atemwegserkrankungen sowie Krebs.

UN-Generalsekretär Ban und Gastgeber Hollande beim Auftakt des Klimagipfels. | Bildquelle: AFP
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UN-Generalsekretär Ban und Gastgeber Hollande fordern mehr Engagement für den Klimaschutz.

Die Bedeutung des Gipfels betonte auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Ein politischer Moment wie dieser kommt vielleicht nicht wieder", sagte er. Ban erinnerte zusammen mit den Staats- und Regierungschefs an die Opfer der Terroranschläge. "Keine Sache und kein Glaube kann die Gewalt rechtfertigen, die wir in den vergangenen Tagen und Wochen gesehen haben," so der UN-Generalsekretär.

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