Denkmal eingeweiht Obama würdigt Martin Luther King

Stand: 16.10.2011 20:29 Uhr

Obama würdigt Martin Luther King (Bildquelle: dapd)
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Er habe es auch Martin Luther King zu verdanken, dass er im Weißen Haus sei, so Obama.

Gut 43 Jahre nach seinem Tod wird der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King mit einem Denkmal in der US-Hauptstadt Washington gewürdigt. Präsident Barack Obama und Vizepräsident Joe Biden weihten das rund neun Meter hohe Granit-Abbild mit Zehntausenden Zuschauern ein. "An diesem Ort wird er für alle Zeiten stehen, umgeben von Monumenten für die Gründungsväter und Verteidiger dieser Nation", sagte Obama.

King habe mit seinem Wirken einer ganzen Generation die Tür zu neuen Möglichkeiten eröffnet, sagte Obama. Durch ihn sei Amerika "fairer, freier und gerechter". Er habe das Gewissen der Menschen geweckt. King habe auch daran Anteil, dass er heute als erster Schwarzer Präsident im Weißen Haus sei. "Er hatte Vertrauen in uns", sagte Obama, neben dem neun Meter hohen Granit-Monument stehend. "Deshalb gehört er hier auf diese Mall: Weil er gesehen hat, was aus uns werden kann."

Doch Kings Arbeit sei längst nicht erledigt, die Ungerechtigkeit und Armut in den USA noch viel zu groß. "Wir können uns nicht entmutigen lassen von dem, was ist. Wir müssen dafür kämpfen, was sein sollte", meinte der Präsident in einer energischen Rede. Das Land und die Welt müssten gerechter werden für "jedes einzelne Kind Gottes".

Viele Stars wohnen Zeremonie bei

Viele amerikanische Stars wie die Soulsängerin Aretha Franklin oder der blinde Musiker Stevie Wonder ehrten King mit bejubelten Bühnenauftritten. Auch dessen Familie und Weggefährten waren bei der Feier vertreten. Die "I have a Dream"-Rede wurde noch einmal in voller Länge gezeigt. Der Friedensnobelpreisträger war 1968 während eines Auftritts in Memphis erschossen worden.

Das Monument liegt nur wenige Meter von dem Ort entfernt, wo der Friedensnobelpreisträger 1963 seine berühmte "Dream"-Rede hielt. Schon Stunden vor der offiziellen Einweihung versammelten sich tausende Menschen um das erste Denkmal für einen schwarzen Amerikaner auf der National Mall. Bereits um 5.00 Uhr morgens erschienen die ersten Besucher.

Gäste der Zeremonie in Washington halten ein Bild von Martin Luther King in die Höhe (Bildquelle: AFP)
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Gäste der Zeremonie in Washington halten ein Bild von Martin Luther King in die Höhe

Das Denkmal kann schon seit August besucht werden, rund 1,5 Millionen Menschen nahmen diese Gelegenheit wahr. Die offiziellen Einweihungsfeierlichkeiten mussten damals wegen Hurrikan "Irene" verschoben werden.

Entworfen hat die zehn Meter hohe Skulptur der chinesische Künstler Lei Yixin. Dies sorgte für Kritik in den USA. Er sei deutlich sichtbar von seinem kommunistischen Umfeld geprägt, hieß es in Zeitungskommentaren. Vieles an dem Denkmal erinnere an Bildnisse von Stalin.

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Martin Luther King: Bilder aus dem Leben des Bürgerrechtlers

Bilder aus dem Leben des US-Bürgerrechtlers

Martin Luther King

Michael King jun. wurde am 15. Januar 1929 in Atlanta (USA) als Sohn eines Geistlichen und einer Lehrerin geboren. Der Vorname wurde später aus Bewunderung für den Reformator in "Martin Luther" umgewandelt. (Bildquelle: dpa)

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