Der Papst und weitere Kongressteilnehmer am 6.10.2017 in der gregoriana-Universität in Rom | Bildquelle: REUTERS

Papst appelliert an Internetunternehmen Profite nutzen, um Kinder zu schützen

Stand: 06.10.2017 20:00 Uhr

Der Papst hat bei Internet-Unternehmen ein größeres Engagement für die Würde von Kindern angemahnt. Die Firmen sollten ihre Profite nutzen, um Kinder vor Netzverbrechern zu schützen. Auch selbstkritische Töne schlug er während des Kinderschutz-Kongresses an, der jetzt zu Ende ging.

Konzerne wie Facebook und Microsoft müssten "ihre großen Gewinne" einsetzen, um Kinder vor sexueller Ausbeutung und anderen Gefahren zu schützen, die in der digitalen Welt lauerten. Das sagte Papst Franziskus beim Kinderschutz-Kongress in Rom. Auch Vertreter der beiden US-Unternehmen nahmen an der Konferenz teil.

In den sozialen Medien müsse mehr getan werden als Algorithmen und Filter einzusetzen, um Kinder vor schädlichen Inhalten zu schützen, sagte der Papst. Er prangerte die Verbreitung von Pornografie, Cybermobbing und sogenanntem Sexting an, bei dem sich Internet-Nutzer gegenseitig Nacktfotos schicken. Auch Gewaltdarstellungen wie Vergewaltigungen im Darknet müssten gestoppt werden.

Das Internet biete neue Instrumente für unerlaubte und schreckliche Taten, sagte Franziskus. "Auch was die Verletzung der Würde von Minderjährigen, die Korruption ihres Geistes und die Verletzung ihrer Körper angeht. Das ist nicht einfach nur die Ausübung von Freiheit, sondern das sind Verbrechen, gegen die man intelligent und entschlossen vorgehen muss."

Opfergruppen: Aufarbeitung reicht nicht

Gleichzeitig äußerte sich Franziskus auch über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Er sprach vom eigenen Versagen, für den Schutz von Kindern zu sorgen. Die katholische Kirche müsse die Verantwortung für ihre eigenen Missbrauchs-Skandale übernehmen, "vor Gott, vor den Opfern und vor der öffentlichen Meinung."

Opfergruppen beklagten immer wieder, dass der Papst und die katholische Kirche nicht weit genug in der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche gingen. Auch deshalb berief die katholische Kirche den Kinderschutz-Kongress ein.

An dem Kongress, der an der päpstlichen Gregoriana-Universität stattfand, nahmen Internet-Experten, Mediziner, Juristen, Regierungsvertreter, Kinderschutzorganisationen und Vertreter von Spezialeinheiten der Polizei teil.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 06. Oktober 2017 um 20:23 Uhr.

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