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Kim Jong Il und Kim Jong Un

Perspektiven für Nordkorea

Kim ist tot - es lebe der "Große Nachfolger"

Kim Jong Il ist tot - aber ändern wird das wohl wenig. Denn der Westen hat kein echtes Interesse an einer Veränderung. In Nordkorea selbst allerdings könnte das Militär an Einfluss gewinnen. Denn der "Große Nachfolger", Kims Sohn Jong Un, hatte kaum Zeit, sich eine Machtbasis aufzubauen.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

Militärparade in Nordkorea
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Mit strammen Schritt in eine ungewisse Zukunft: Nordkoreas Militär könnte nach dem Tod von Kim Jong Il an Einfluss gewinnen.

Der "Geliebte Führer" ist tot. Aber geweint wird um den Diktator nur in Nordkorea. Teile der Bevölkerung des abgeschotteten Staates sind durch die jahrzehntelange Propaganda wohl wirklich überzeugt, den einzigen Menschen verloren zu haben, der ihr Land vor Unglück bewahren konnte. Und so vergießen sie medienwirksam im Fernsehen Tränen.

Dabei ist Kim Jong Il, der die Macht 1994 nach dem Tod seines Vaters übernahm, mitverantwortlich für den Hungertod von Millionen von Nordkoreanern. Er hinterlässt ein wirtschaftlich ruiniertes und isoliertes Land. Nicht zu vergessen, dass Kim wohl persönlich hinter dem Bombenattentat auf südkoreanische Politiker und auf ein südkoreanisches Passagierflugzeug in den 80er-Jahren steckte.

International isoliert

Zu Beginn hatten Experten Kim kaum Chancen eingeräumt. Doch er blieb an der Macht und sicherte sich durch die atomare Aufrüstung auf der einen Seite und den Geldfluss aus Südkorea im Rahmen der Sonnenschein-Politik auf der anderen Seite ab. Ganz ging die Rechnung nicht auf. Die Atomtests 2006 und 2009 isolierten Nordkorea international und die Torpedierung eines Bootes der südkoreanischen Küstenwache sowie der Beschuss einer kleinen, südkoreanischen Insel führten 2010 endgültig zum Einfrieren der Hilfsleistungen aus Südkorea. Wenn es die Volksrepublik China nicht gäbe, wäre Nordkorea wirtschaftlich und wahrscheinlich auch politisch bereits am Ende.

Von außen droht keine Gefahr

Kim hatte es gerade noch rechtzeitig geschafft, für seinen Sohn und Nachfolger, Kim Jong Un, das Plazet aus China zu holen. Von außen droht also keine Gefahr, zumal auch die USA, Japan oder Russland derzeit kaum Interesse an einer Veränderung des Status Quo haben. Denn eine instabile Lage auf der koreanischen Halbinsel käme angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen zum Beispiel in den USA und Russland zum falschen Zeitpunkt. Mit internationaler Unterstützung dürfen die wenigen Menschen in Nordkorea, die auf ein Ende der Diktatur der Kims in ihrem Land hoffen, kaum rechnen.

Der "Geliebte Nachfolger" ist zu jung

Kim Jong Un
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Zu jung: Der "Geliebte Nachfolger" Kim Jong Un.

Für eine reibungslose Erbfolge ist Kim dennoch zu früh gestorben. Sein Sohn, Kim Jong Un, hatte kaum Zeit sich eine eigene Machtposition aufzubauen und er ist zu jung, um sich gegen die Militärs durchzusetzen. Zuletzt hatte es den Anschein, dass in Pjöngjang die Hardliner im Militär die Oberhand gewonnen haben und Kim könnte sie vor seinem Tod mit der Wahrung der Stabilität beauftragt haben. Es ist durchaus vorstellbar, dass sie Kim Jong Un als Marionette benutzen werden, immerhin hat ihn der "Geliebte Führer" zu seinem Nachfolger erkoren, aber der Sohn wird sicher nie an die Machtfülle seines Vaters oder Großvaters herankommen.

Für die Welt bleibt alles beim Alten

Für das Regime, die kleine Zahl der Privilegierten geht es ums Überleben und so werden sie sich vorerst hinter dem "Großen Nachfolger" versammeln. Eine ernstzunehmende Opposition oder gar Widerstand hatte es in Nordkorea angesichts des Repressionsapparates in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben. Solange China das Regime in Nordkorea unterstützt und das Land wirtschaftlich am Leben erhält, dürfte sich trotz des Todes von Kim also kaum etwas ändern: Getreu dem Motto: der König ist tot, lange lebe der König.

Stand: 19.12.2011 20:40 Uhr

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