Die schwedische Journalistin Kim Wall | Bildquelle: dpa

Vermisste Journalistin Kim Walls Leiche identifiziert

Stand: 23.08.2017 11:43 Uhr

Ein DNA-Test brachte die Gewissheit: Bei der am Montag geborgenen Frauenleiche handelt es sich um die der schwedischen Journalistin Kim Wall. Wie sie ums Leben kam, ist weiter unklar. Wall wollte eine Reportage über einen dänischen U-Boot-Tüftler schreiben.

Die Kopenhagener Polizei hat mitgeteilt, dass es sich bei den zu Wochenbeginn geborgenen Leichenteilen um die sterblichen Überreste der schwedischen Journalistin Kim Wall handelt. Die Identifizierung der Leiche war zunächst nicht möglich, da lediglich der Torso geborgen werden konnte. Kopf, Arme und Beine fehlten und wurden bisher auch nicht gefunden. Eine Analyse des Erbguts brachte nun die Gewissheit über die Identität der Toten.

Zur Todesursache konnten die Ermittler noch keine Angaben machen. Die Obduktion gestalte sich wegen der abgetrennten Gliedmaßen äußerst schwierig, so ein Polizeisprecher. Die Leiche wurde anscheinend so präpariert, dass sie versinken sollte. Die Rechtsmediziner hätten festgestellt, dass ursprünglich etwas Metallisches am Körper von Kim Wall befestigt gewesen sei, das ihn vermutlich am Meeresboden hätte halten sollen. Außerdem seien zahlreiche Verletzungen am Torso festgestellt worden, durch die vermutlich Luft und Gase entwichen sollten, damit ein Auftreiben verhindert wird.

Erfinder änderte Aussage

Peter Madsen | Bildquelle: REUTERS
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Madsen sitzt wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung in Untersuchungshaft.

Die 30-Jährige war das letzte Mal gesehen worden, als sie am 10. August an Bord eines U-Bootes des dänischen Ingenieurs Peter Madsen ging. Sie wollte eine Reportage über den U-Boot- und Raketenbauer schreiben. Als sie sich in der Nacht nicht zurückmeldete, nahm die Familie Kontakt zu der Seerettung auf. Doch die Frau blieb verschwunden.

Madsen hatte zunächst ausgesagt, er habe die Journalistin nach ihrem Besuch wieder an Land abgesetzt, wenig später habe er technische Probleme mit seinem U-Boot bekommen. Es sank, und Madsen wurde gerettet. Doch die Polizei wurde misstrauisch und nahm den Erfinder fest. Mittlerweile wurden auch Blutspuren der Journalistin im U-Boot gefunden.

Der Erfinder räumte mittlerweile ein, dass Wall bei einem Unglück an Bord zu Tode gekommen sei. Anschließend habe er ihre Leiche in der Køge-Bucht ins Wasser gelassen. Die Polizei hatte daraufhin eine große Suchaktion gestartet. Madsen sitzt weiter wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in Untersuchungshaft. Zu den neusten Ermittlungsergebnissen sei er noch nicht befragt worden, so ein Polizeisprecher.

Das U-Boot des Tüftlers Peter Madsen | Bildquelle: AP
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Das beschlagnahmte U-Boot im Hafen von Kopenhagen

Die Familie der Journalistin reagierte mit Bestürzung auf den Tod Kims. Ihre Mutter Ingrid Wall schrieb auf Facebook: "Mit grenzenloser Traurigkeit und Bestürzung erhielten wir die Nachricht, dass Überreste unserer Tochter und Schwester Kim Wall gefunden wurden. Das Ausmaß der Katastrophe können wir noch nicht ermessen, und viele Fragen müssen noch beantwortet werden."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. August 2017 um 07:45 Uhr in den Nachrichten.

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