Peter Madsen | Bildquelle: REUTERS

Getötete Kim Wall Mordanklage gegen U-Boot-Tüftler Madsen

Stand: 24.08.2017 17:01 Uhr

Nach dem Fund der Leiche der schwedischen Journalistin Kim Wall wirft die dänische Staatsanwaltschaft dem U-Boot-Tüftler Madsen Mord und Leichenschändung vor. Der Torso der Frau war vor Kopenhagen angespült worden. In dem U-Boot fanden sich zudem Blutspuren.

Gegen den dänischen Tüftler Peter Madsen wird nach dem Tod der schwedischen Journalistin Kim Wall wegen Mordes und Leichenschändung ermittelt. Ein Polizeisprecher bestätigte, die Staatsanwaltschaft werde aufgrund des starken Verdachts nach Ablauf der Untersuchungshaft am 5. September eine Haftverlängerung wegen dieser Vorwürfe beantragen. Der Vorwurf gründe sich auf den Fund von Walls Oberkörper.

Leiche mit Metallteil beschwert

Die schwedische Journalistin Kim Wall | Bildquelle: dpa
galerie

Die schwedische Journalistin Wall wurde getötet.

Am Mittwoch hatten die Ermittler bestätigt, dass es sich bei einem im Meer gefundenen Torso um einen Teil von Walls Leiche handelt. Der Torso war am Montag nahe der Köge-Bucht entdeckt worden.

Nach Angaben der Ermittler wurde der Oberkörper mit einem Metallteil beschwert - offenbar, um zu erreichen, dass er unter Wasser bleibt. Verletzungen an dem Oberkörper ließen überdies an den Versuch denken, Luft und andere Gase aus dem Körper entweichen zu lassen, damit er nicht an die Wasseroberfläche treibt.

Reportage über Madsen geplant

Wall, die unter anderem für die renommierten Zeitungen "New York Times" und "The Guardian" arbeitete, war am 10. August mit dem 46-jährigen Tüftler Madsen und dessen selbst gebautem U-Boot "Nautilus" in See gestochen. Sie wollte eine Reportage über den U-Boot-Bauer schreiben. Als sie nicht wie vorgesehen nach Hause kam, meldete ihr Freund sie als vermisst. Madsen wurde später wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in Untersuchungshaft genommen. Er bestreitet, die Journalistin getötet zu haben.

Das U-Boot des Tüftlers Peter Madsen | Bildquelle: AP
galerie

Das beschlagnahmte U-Boot im Hafen von Kopenhagen

Am selben Tag wie Wall war Madsens U-Boot verschwunden. Die dänischen Streitkräfte starteten eine Suchaktion und orteten die "Nautilus" schließlich rund 50 Kilometer südlich der dänischen Hauptstadt. Madsen wurde gerettet, sein 18 Meter langes Boot sank. Nach Überzeugung der Ermittler hatte Madsen es absichtlich versenkt.

Widersprüchliche Aussagen

Zunächst hatte Madsen ausgesagt, er habe die schwedische Journalistin am Abend des 10. August auf der Insel Refshaleöen bei Kopenhagen abgesetzt. Noch bevor der Fund von Walls Torso öffentlich wurde, sagte Madsen aber aus, Wall sei bei einem Unfall an Bord des U-Boots gestorben. Danach habe er die Leiche der Journalistin in der Köge-Bucht über Bord geworfen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. August 2017 um 16:04 Uhr.

Darstellung: