Kim Jong Nam (Archivfoto 2001)           | Bildquelle: AP

Polizei bestätigt Ermordeter war Kims Halbbruder

Stand: 10.03.2017 14:29 Uhr

Fast einen Monat nach dem Giftmord am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un haben malaysische Behörden das Opfer nun auch formell identifiziert. Weil das Verhältnis zwischen Nordkorea und Malaysia angespannt bleibt, wurde jetzt ein Fußballspiel verschoben.

Die Polizei in Malaysia hat bestätigt, dass der im Februar am Flughafen von Kuala Lumpur ermordete Mann der Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un war. "Wir haben jetzt nachgewiesen, dass es sich bei Kim Chol um Kim Jong Nam handelt," sagte Polizeichef Khalid Abu Bakar bei einer Pressekonferenz.

Der 45-Jährige hatte einen auf den Namen Kim Chol lautenden Reisepass bei sich, als er am 13. Februar am Flughafen von Kuala Lumpur von zwei Frauen mit dem Nervengift VX angegriffen wurde. Die beiden Hauptverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft und müssen bei einer Verurteilung mit der Todesstrafe rechnen. Vermutet wird, dass Nordkorea hinter dem Anschlag steckt.

"Eskalierende diplomatische Spannungen"

Wie genau Kim Jong Nam identifiziert wurde, wollte der Polizeichef nicht sagen. Die malaysischen Behörden hatten zuvor die Abgabe von DNA-Proben von Verwandten des Opfers zur Bedingung für eine Überführung des Leichnams nach Pjöngjang gemacht. Nordkorea nennt das Opfer bislang nur mit dem Namen, der in dem Pass stand: Kim Chol. Zudem zieht es in Zweifel, dass der Mann ermordet wurde. Nach nordkoreanischer Darstellung der Dinge starb er an einem Herzinfarkt infolge erhöhten Blutdrucks.

Der Fall führt zu einem immer tieferen Zerwürfnis zwischen den beiden Ländern. Als Folge "der eskalierenden diplomatischen Spannungen" verschob der asiatische Fußballverband AFC jetzt ein Qualifikationsspiel zwischen Malaysia und Nordkorea für die Asienmeisterschaft. Das malaysische Team sollte ursprünglich am 28. März in Pjöngjang spielen. Ein neuer Termin werde "zu gegebener Zeit" bekannt gegeben, hieß es beim AFC.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Februar 2017 um 23:39 Uhr.

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