Kim Jong Nam und Kom Jong Un | Bildquelle: AP

Tod von Kims Halbbruder Verdächtiger Nordkoreaner kommt frei

Stand: 03.03.2017 10:45 Uhr

Südkorea verdächtigt die Führung von Nordkorea hinter dem Tod von Kim Jong Nam. Doch der einzig verdächtige Nordkoreaner wurde nun von den malaysischen Behörden freigelassen. Gegen eine Vietnamesin und eine Indonesierin wurde bereits Anklage wegen Mordes erhoben.

Nach dem mutmaßlichen Giftanschlag auf den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist der einzige festgenommene Nordkoreaner aus dem Gewahrsam freigelassen worden. Der 47-jährige verließ, begleitet von Sicherheitskräften, die Polizeistation in Sepang südlich der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur, wo er zwei Wochen lang festgehalten worden war.

Nicht genügend Beweise

Der malaysische Generalstaatsanwalt Mohamed Apandi Ali hatte zuvor erklärt, dass der Mann freikomme, weil es nicht genügend Beweise für eine Anklage gebe. Ein Polizeivertreter sagte nun der Nachrichtenagentur AFP, er sei den Einwanderungsbehörden in Putrajaya übergeben worden. Noch sei unklar, wann er nach Nordkorea zurückgeschickt werde.

Der Nordkoreaner war im Zusammenhang mit dem Tod von Kims Halbbruder Kim Jong Nam am Flughafen von Kuala Lumpur festgenommen worden. Kim Jong Nam war Mitte Februar von zwei jungen Frauen angegriffen worden und starb wenig später. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frauen ihn mit dem Nervengift VX töteten.

Haftbefehl gegen Airline-Mitarbeiter

Unterdessen erließen die malaysischen Behörden Haftbefehl gegen einen Angestellten einer Fluggesellschaft. Dabei gehe es um einen Mitarbeiter der nordkoreanischen Airline Air Koryo, wie die Polizei mitteilte. Demnach traf der Verdächtige am 29. Januar in Malaysia ein und damit rund zwei Wochen vor dem tödlichen Angriff auf Kim Jong Nam in einem Flughafenterminal in Kuala Lumpur. Insgesamt werden aktuell noch sieben Nordkoreaner gesucht.

Nordkorea unter Verdacht

Südkorea verdächtigt Nordkorea, hinter dem Attentat auf den bei der Führung in Ungnade gefallenen Kim Jong Nam zu stecken. Pjöngjang bestreitet das. Gegen die Verdächtigen, eine Vietnamesin und eine Indonesierin, wurde bereits am Mittwoch Anklage wegen Mordes erhoben. Sie beteuern aber, bei dem Anschlag hinters Licht geführt worden zu sein. Bei einem Schuldspruch droht ihnen die Todesstrafe.

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