Kim Jong Nam auf dem Flughafen in Peking (Aufnahme aus dem Jahr 2007) | Bildquelle: AP

Kim Jong Nam Kims Tod sorgt für diplomatischen Streit

Stand: 20.02.2017 10:53 Uhr

Der Tod des Halbruders von Nordkoreas Diktator Kim Jong Un sorgt für diplomatische Verwerfungen: Der nordkoreanische Botschafter in Kuala Lumpur wurde einbestellt, er hatte die Ermittlungen Malaysias kritisiert. Zudem gibt es ein Video, das den Giftanschlag zeigen soll.

Der nordkoreanische Botschafter in Kuala Lumpur hat die Ermittlungen Malaysias im Todesfall von Kim Jong Nam als "politisch motiviert" bezeichnet. Kang Chol forderte eine gemeinsame Untersuchung. Der malaysischen Polizei gehe es bei ihrer Untersuchung nicht um Aufklärung, sagte Kang vor Reportern. Sie wolle Nordkorea Verdächtigungen anhängen.

Zuvor hatte Kang Malaysia bereits vorgeworfen, etwas bei den Ermittlungen zu verbergen. Anlass war die Autopsie des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Diese verlief nach den Worten des nordkoreanischen Botschafters "einseitig" und ohne die Anwesenheit von Vertretern seines Landes.

Nordkoreas Botschafter in Malaysia, Kang Chol | Bildquelle: REUTERS
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Nordkoreas Botschafter in Malaysia, Kang Chol, kritisierte die malaysischen Behörden scharf.

Die Regierung in Kuala Lumpur bestellte Botschafter Kang Chol laut dem Außenministerium wegen seiner Äußerungen ein. Demnach wird auch der malaysische Botschafter in Pjöngjang zurück in seine Heimat beordert.

Ungeachtet der nordkoreanischen Vorwürfe hat Malaysia eine zweite Autopsie vorgenommen. Deren Resultate sollen nach Angaben des Gesundheitsministeriums frühestens am Mittwoch veröffentlicht werden. Die erste Autopsie habe keine schlüssigen Ergebnisse gebracht, hieß es zu Begründung. Die Polizei wies das jedoch zurück.

Zeigen Videoaufnahmen den Mord?

Derweil könnte ein Video Bewegung in die Ermittlungen bringen: Eine Überwachungskamera soll den mutmaßlichen Giftanschlag auf Kim Jong Nam gefilmt haben. Die vom japanischen Sender Fuji TV veröffentlichten Aufnahmen zeigen, wie eine Frau einem Mann anscheinend etwas ins Gesicht wischt. Bei dem Opfer soll es sich um Kims Halbbruder handeln. Er brach kurz darauf zusammen und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Es wird vermutet, dass er einem schnell wirkenden Gift erlag. Die Echtheit der Videoaufnahmen wurde von offizieller Seite bislang nicht bestätigt.

Kim Jong Nam hielt sich lange im Ausland auf und äußerte sich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat. Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge erteilte Nordkoreas Machthaber bereits vor Jahren den Auftrag zur Ermordung seines Halbbruders. Die Regierung in Pjöngjang hat bereits angekündigt, das Ergebnis der Obduktion nicht anzuerkennen. Es könnte am Mittwoch vorliegen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Februar 2017 um 13:22 Uhr und am 20. Febuar 2017 um 06:00 Uhr.

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