John Kerry | Bildquelle: AP

Amtswechsel im US-Außenministerium Kerry vereidigt - Clinton verabschiedet

Stand: 02.02.2013 01:05 Uhr

Der Demokrat John Kerry ist neuer US-Außenminister. Er leistete in Washington zunächst in einer nicht-öffentlichen Zeremonie seinen Amtseid. Der frühere Senator und Präsidentschaftskandidat des Jahres 2004 ist der 68. Amtsinhaber der USA. Der 69-Jährige gilt als besonnener und pragmatischer Politiker, der militärische Interventionen kritisch beurteilt. Die Lage in Syrien, der Atomstreit mit Iran und der festgefahrene Nahost-Friedensprozess werden zu seinen wichtigsten Herausforderungen zählen.

Vor Kerrys Vereidigung hatte Vorgängerin Hillary Clinton ihr Amt offiziell niedergelegt. In einem Schreiben an Präsident Barack Obama dankte sie ihm für die Zusammenarbeit. Es sei ihr eine Ehre gewesen, Teil seines Kabinetts gewesen zu sein. "Wenn ich auf die vergangenen vier Jahre zurückblicke, dann bin ich sehr stolz auf die Arbeit, die wir gemeinsam geleistet haben", sagte Clinton unter dem Jubel ihrer Mitarbeiter. Sie rief die Angestellten des Außenministeriums auf, mit ihrem Nachfolger Kerry "genauso konzentriert und engagiert" zusammenzuarbeiten.

"Ich bin heute optimistischer als vor vier Jahren" 

Hillary Clinton bei ihrer Abschiedsrede umgeben von Mitarbeitern | Bildquelle: dpa
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Hillary Clinton bei ihrer Abschiedsrede.

"Ich weiß, dass die Welt, die wir versuchen ins 21. Jahrhundert zu bringen, viele schwierige Tage haben wird", sagte Clinton. "Doch ich bin heute optimistischer als ich es vor vier Jahren war." Clintons letzter Tag im Außenministerium wurde von einem Anschlag auf die US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara überschattet. Der Anschlag sei Beweis dafür, dass „wir in sehr komplexen und sogar gefährlichen Zeiten leben“, sagte Clinton.

Schon im September war eine diplomatische Einrichtung der USA Ziel einer Attacke  gewesen. Damals griffen radikale Islamisten das US-Konsulat im libyschen Bengasi an, der Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger kamen ums Leben. Ein Untersuchungsbericht des US-Außenministeriums stellte gravierende Sicherheitsmängel im Vorfeld des Angriffs fest. Clinton übernahm dafür die politische Verantwortung.

Rekordwerte bei der Popularität

Dennoch verlässt die Außenministerin ihr Amt mit einer Rekordpopularität. Einer vergangene Woche veröffentlichten Umfrage der Zeitung Washington Post und des TV-Senders ABC zufolge kommt sie auf einen Zustimmungswert von 67 Prozent. In ihrer Amtszeit besuchte Clinton 112 Länder und legte bei ihren Flugreisen um den Globus mehr als 1,5 Millionen Kilometer zurück.

Bereits vor Monaten hatte Clinton angekündigt, Präsident Barack Obama für eine weitere Amtszeit nicht als Chefdiplomatin zur Verfügung zu stehen. Die Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton erklärte, dass sie nach zwei Jahrzehnten in der politischen Öffentlichkeit mehr Zeit für sich haben wolle. Allerdings halten sich hartnäckig Spekulationen, dass Clinton bei der Wahl in vier Jahren einen neuen Anlauf auf die Präsidentschaft nehmen könnte. Vor vier Jahren war sie Obama, der 2016 nicht mehr antreten darf, in den Vorwahlen der Demokratischen Partei unterlegen.  

"Hillary Clinton war eine großartige Außenministerin"

Bundesaußenminister Guido Westerwelle dankte Clinton für langjährige gute Zusammenarbeit. "Hillary Clinton war eine großartige Außenministerin. Wir danken ihr für die ausgezeichnete Zusammenarbeit", sagte er. "Jetzt freuen wir uns auf John Kerry. Ich gratuliere ihm herzlich. John Kerry ist ein Europa- und Deutschland-Kenner. Ich bin sicher, dass wir mit ihm sehr eng und sehr gut zusammenarbeiten werden."

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