Der britische Außenminister Johnson und sein amerikanischer Amtskollege Kerry in London | Bildquelle: AP

Wegen Luftangriffen auf Aleppo Frustration, Appelle - und neue Sanktionen?

Stand: 16.10.2016 21:10 Uhr

Die USA und Großbritannien erwägen wegen der russischen Luftangriffe auf die syrische Stadt Aleppo Sanktionen gegen die Regierung in Moskau. Gleichzeitig müssten die Verhandlungen aber fortgesetzt werden, erklärten die beiden Außenminister in London.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

John Kerry wirkte müde, und machte nicht den Eindruck, als habe man endlich eine Lösung für das belagerte und bombardierte Aleppo gefunden: "Ist es nicht frustrierend, dass wir schon wieder ein Treffen zu diesem Thema gehabt haben? Ja, sicher."

Immerhin: Alle Optionen seien weiter auf dem Tisch. Doch für ein stärkeres militärisches Eingreifen des Westens in Syrien gebe es derzeit keine Chance. Weder in den Vereinigten Staaten noch in Europa würde es dafür in den Parlamenten eine Mehrheit geben: "Ich kann auch in Europa nirgendwo einen Appetit auf eine militärische Option erkennen. Kein Parlament in Europa sei bereit, den Krieg zu erklären. Deshalb verfolgen wir weiter eine diplomatische Lösung. Das ist das einzige Werkzeug, das wir haben", so der US-Außenminister.

Syrien-Gespräche: Außenminister Kerry trifft Amtskollegen in London
tagesschau 20:00 Uhr, 16.10.2016

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Kaum neue Ideen

Von neuen Ideen war nach dem Treffen der westlichen Verbündeten allerdings nur noch beiläufig die Rede. Ja, es werde auf Expertenebene weitere Gespräche mit dem Regime in Syrien, mit Russland und dem Iran geben. Und man könne auch die Daumenschrauben noch ein bisschen stärker anziehen, so der britische Außenminister Boris Johnson: "Wir haben eine ganze Menge von Vorschlägen. Zusätzliche Sanktionen zum Beispiel gegen das syrische Regime und seine Helfer. Und Maßnahmen, um die Verantwortlichen für die Kriegsverbrechen vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen. Diese Dinge werden die Verantwortlichen für diese Verbrechen treffen. Daran sollten sie jetzt denken!"

Die Schuldigen? Moskau, Teheran, Damaskus

Aber konkret fiel den Außenministern der Vereinigten Staaten und Großbritanniens nicht viel mehr als ein Appell an die Menschlichkeit ein: "Zeigen Sie den Menschen in dieser Stadt Gnade. Bringen Sie einen Waffenstillstand zu Stande, setzen Sie die Verhandlungen in Genf fort und lassen Sie uns dieses Abschlachten zu Ende bringen“, appellierte der britische Außenminister.

Für den Westen ist jedenfalls klar, wo die Verantwortung liegt: in Damaskus, in Moskau und in Teheran. Und wenn schon keine Lösung, dann immerhin klare Worte an die Adresse der Verantwortlichen dort. Das, was in und um Aleppo statt finde, sei ein Rückfall in die Barbarei, die größte menschliche Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg, so Kerry.

Zuvor hatten der US-Außenminister und die Verbündeten auch noch über eine andere Tragödie gesprochen: über den anhaltenden Bürgerkrieg im Jemen, dem bisher 7000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Auch hier ein Appell, der Aufruf zum Waffenstillstand und zu sofortigen Verhandlungen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Oktober 2016 um 20:00 Uhr.

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