John F. Kennedy in Dallas | Bildquelle: REUTERS

Kennedy-Attentat USA geben weitere Geheimdokumente frei

Stand: 04.11.2017 03:28 Uhr

Erneut hat die US-Regierung zahlreiche Geheimdokumente zum Kennedy-Attentat freigegeben - darunter Hunderte Unterlagen, deren Veröffentlichung die CIA bisher abgelehnt hatte. Auch eine mögliche Verbindung zwischen dem Geheimdienst und dem Attentäter wurde untersucht.

Die US-Regierung hat weitere bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente zur Ermordung des früheren Präsidenten John F. Kennedy freigegeben. Insgesamt seien knapp 680 Dokumente veröffentlicht worden, teilte das US-Nationalarchiv mit. Darunter seien 553 Unterlagen, deren Veröffentlichung der Auslandsgeheimdienst CIA bislang unter Verweis auf Gefahren für die nationale Sicherheit abgelehnt hatte.

Die im Internet veröffentlichten Papiere rund um das Attentat auf Kennedy, um das sich bis heute Verschwörungstheorien ranken, enthalten unter anderem Aufzeichnungen der CIA, des Justiz- und des Verteidigungsministeriums sowie der sogenannten Warren-Kommission, die die Ermordung des Präsidenten am 22. November 1963 in Dallas untersuchte.

Zahlreiche Verschwörungstheorien

Sie kam zu dem Schluss, dass Kennedy von dem Einzeltäter Lee Harvey Oswald erschossen wurde, der wiederum zwei Tage später von dem Nachtclub-Besitzer Jack Ruby getötet wurde. Die Version wurde vor allem von Verschwörungstheoretikern immer wieder angezweifelt. Eine Theorie besagt, die CIA sei an dem Attentat beteiligt gewesen.

Laut den nun veröffentlichen Dokumenten hat es jedoch keine Verbindung zwischen CIA und dem Mörder Lee Harvey Oswald gegeben. Entsprechende Behauptungen seien "absolut unbegründet", wie aus einem Memo der Geheimdienstbehörde von 1975 hervorging.

Eine Durchsuchung aller CIA-Unterlagen, ob Oswald in Beziehung zu dem Geheimdienst stand, habe keine Erkenntnisse gebracht. Zudem gibt es dem Memo zufolge auch keine Hinweise darauf, dass ein anderer US-Geheimdienst Oswald als Quelle nutzte oder ihn rekrutiert hatte.

Alle Dokumente sollen freigegeben werden

Ein Gesetz aus dem Jahr 1992 hatte die Veröffentlichung nahezu aller der rund fünf Millionen Dokumente zu Kennedys Tod verfügt. Ein Teil fiel allerdings unter eine 25-jährige Geheimhaltungsfrist, die am Donnerstag vor einer Woche auslief. Noch am selben Tag veröffentlichte das Nationalarchiv 2891 Dokumente, weitere bleiben aber zunächst unter Verschluss.

Experten gehen davon aus, dass die nun freigegebenen Dokumente weder aufsehenerregende Enthüllungen nach sich ziehen noch die Verschwörungstheorien verstummen lassen. Nach Ablauf einer sechsmonatigen Frist, am 26. April 2018, sollen alle Dokumente freigegeben werden, sofern die Geheimdienste einen weiteren Verschluss nicht begründen könnten, ordnete US-Präsident Donald Trump an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Oktober 2017 um 05:45 Uhr.

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