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Ausland
Kenia: Panne bei Präsidentenwahl
Wahlen in Kenia

Oppositionsführer kann Stimme zunächst nicht abgeben

In Kenia laufen die Parlaments- und Präsidentenwahlen. Dabei kam es zu einer ungewöhnlichen Panne: Ausgerechnet der aussichtsreichste Kandidat für das Amt des Staatspräsidenten, Odinga, konnte seine Stimme zunächst nicht abgeben. Er legte Beschwerde bei der Wahlkommission ein.

Von Wim Dohrenbusch, ARD-Hörfunkstudio Nairobi

Von einer peinlichen Panne war der Auftakt der Wahlen in Kenia überschattet. Ausgerechnet Raila Odinga, der Präsidentschaftskandidat der Opposition, konnte seine Stimme zunächst nicht abgeben. Als er am Vormittag in seinem Wahllokal im Kibera-Slum der Hauptstadt Nairobi erschien, musste er feststellen, dass sein Name nicht im Wählerverzeichnis abgedruckt war. "Die Wahlkommission hat mir versichert, dass sie ein neues Wählerverzeichnis drucken wird", erklärte der verärgerte Spitzenkandidat. Er habe "die feste Zusage, dass alle, deren Namen fehlen, heute noch ihre Stimme abgeben können".

Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Will eine "orangene Revolution" auf kenianisch: Raila Odinga]
Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Gescheitert im Kampf gegen Korruption: Mwai Kebaki]
 
Odinga protestierte bei der Wahlkommission, vermied jedoch jegliche Spekulationen über eine absichtliche Behinderung der Stimmabgabe. Unterdessen hatte Präsident Mwai Kibaki in seinem Heimatdorf am Mount Kenya gewählt. Der 76-Jährige wirkte ernst und angespannt, als er mit seiner Ehefrau Lucy das Wahllokal betrat und seine Stimme abgab. Beide, Odinga und Kibaki, liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die künftige Präsidentschaft. Die Umfragen der letzten Wochen sahen einen leichten Vorsprung für den Herausforderer.

Drei Polizisten erschlagen

Anhänger von Raila Odinga in Kenias Hauptstadt Nairobi Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wahlkampf als Happening: Anhänger von Raila Odinga in der Hauptstadt Nairobi ]
Geduldig warteten die Menschen seit Sonnenaufgang in teilweise kilometerlangen Schlagen vor den 27.000 Wahllokalen. 14 Millionen Stimmberechtigte sind aufgerufen, über ein neues Parlament und den künftigen Präsidenten Kenias zu entscheiden. Sorge bereitet vielen Menschen, dass die Anspannung und Gewaltbereitschaft zugenommen hat. Ein Schock war gestern der Tod dreier Polizisten. Die Beamten in Zivil hatten sich im Westen Kenias, in einer der Hochburgen Odingas, offenbar als Wahlhelfer ausgegeben und waren von einer wütenden Menge erschlagen worden. Der Chef der EU-Wahlbeobachter Alexander Graf Lambsdorff rief heute Vormittag einmal mehr alle Beteiligten zum Gewaltverzicht auf. „Das ist schrecklich. Gewalt hat in einer demokratischen Wahl nichts zu suchen." Gerüchte über Wahlfälschungen wies Graf Lambsdorff jedoch zurück. Den Beobachtern lägen keinerlei Beweise für Manipulationen vor.

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Stand: 27.12.2007 13:54 Uhr
 

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