Proteste nach Wahl in Kenia | Bildquelle: AFP

Nach Präsidentenwahl Tote bei Protesten in Kenia

Stand: 12.08.2017 10:48 Uhr

In Kenia hat die Wiederwahl von Präsident Kenyatta heftige Proteste ausgelöst: Nach der Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen. Dabei wurden mindestens zwei Menschen erschossen.

Nach dem offiziellen Wahlsieg von Amtsinhaber Uhuru Kenyatta bei der Präsidentenwahl in Kenia ist es zu gewaltsamen Protesten von Oppositionsanhängern gekommen. Dabei wurden nach Angaben von Polizei- und Rettungskräften mindestens zwei Menschen erschossen. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde im westlichen Bezirk Kisumu berichtete, seien dort ein Toter und vier Verletzte mit Schusswunden ins Krankenhaus gebracht worden. Ein Polizeibeamter hätte demnach einen weiteren Toten in der südwestlichen Stadt Siaya gemeldet.

Die Nachrichtenagentur AP sprach von zwei Menschen, die von der Polizei erschossen worden seien, sowie fünf weiteren Verletzten in Kisumi. Die Angaben stammen von einem Polizeikommandeur. In Kisumu genießt der unterlegene Oppositionskandidat Raila Odinga starke Unterstützung.

Proteste nach Wahl in Kenia | Bildquelle: REUTERS
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Polizeieinheiten versuchen im Mathare-Slum in Nairobi die Proteste zu kontrollieren.

Auch in der Hauptstadt Nairobi soll die Polizei in einem Slum das Feuer eröffnet haben, um protestierende Anhänger der Opposition zu vertreiben. Hier hatten nach APF-Berichten Demonstranten Geschäfte geplündert und angezündet.

Kenyatta zum Sieger erklärt

Die Wahlkommission hatte zuvor Kenyatta offiziell zum Sieger erklärt. Er habe 54,27 Prozent der mehr als 15 Millionen Stimmen erhalten, sagte der Leiter der Wahlkommission, Wafula Chebukati. Damit sicherte sich der seit 2013 amtierende 55-Jährige eine zweite Amtszeit.

Kenyatta bei Kenia-Wahl zum Sieger erklärt
tagesthemen 23:15 Uhr, 11.08.2017, Sabine Bohland, ARD Nairobi

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Kenyatta hatte seinem politischen Gegner Odinga die Hand ausgestreckt. "Wir sind keine Feinde, wir sind alle Bürger derselben Republik", erklärte er nach Verkündung des Wahlergebnisses. Zugleich forderte er die Bürger zu nationaler Einheit, Frieden und Harmonie auf. Er strebe eine Zusammenarbeit an, "so dass wir diese Nation gemeinsam aufbauen können".

Opposition spricht von Betrug

Odinga erhielt der Wahlkommission zufolge 44,74 Prozent der Stimmen. Die Kommission bezeichnete die Wahl als "glaubwürdig, fair und friedlich". Dennoch hatte die Opposition Betrugsvorwürfe erhoben. Odinga sagte unter anderem, die Datenbank der Wahlkommission sei gehackt und zugunsten seines Kontrahenten manipuliert worden.

Verkündung des Wahlergebnisses in Kenia | Bildquelle: REUTERS
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Präsident Kenyatta (l.) wird offiziell zum Wahlsieger erklärt.

Verkündung des Wahlergebnisses in Kenia | Bildquelle: AP
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Seine Anhänger jubeln über das Ergebnis.

Doch auch nach Einschätzung internationaler Beobachter verlief die Wahl ohne Unregelmäßigkeiten. Es gebe keine Anzeichen für eine "zentralisierte oder lokal begrenzte Manipulation", sagte die Leiterin der EU-Beobachtermission, Marietje Schaake.

Welle der Gewalt nach der Wahl 2007

Nach den vorletzten Wahlen 2007 war eine Welle der Gewalt ausgebrochen, die mehr als 1000 Menschen das Leben kostete und rund 150.000 in die Flucht trieb.

Neben dem Präsidenten und den beiden Kammern des Parlaments wählten die Kenianer am Dienstag in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes auch neue Gouverneure und Regionalvertretungen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 11. August 2017 um 23:00 Uhr und tagesschau24 am 12. August 2017 um 11:00 Uhr.

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