Proteste in Kenia | Bildquelle: AP

Nach Wahl in Kenia Vorwürfe, Proteste und neue Gewalt

Stand: 10.08.2017 03:23 Uhr

Die Wahl in Kenia sei manipuliert worden, rief Oppositionsführer Odinga der Presse entgegen. Was folgte, waren gewalttätige Proteste mit mindestens drei Toten. Die Wahlkommission wies die Vorwürfe zurück. Odinga will eine erneute Niederlage verhindern. Aber zu welchem Preis?

Bei Ausschreitungen nach der Wahl in Kenia sind mindestens drei Menschen getötet worden. Die Polizei eröffnete das Feuer auf aufgebrachte Anhänger von Oppositionskandidat Raila Odinga, der behauptete, Hacker hätten die Wahlergebnisse gefälscht. Er lag nach Auszählung fast aller Stimmen deutlich hinter Amtsinhaber Uhuru Kenyatta. Die Wahlkommission wies die Manipulationsvorwürfe zurück. Internationale Beobachter riefen zur Ruhe auf.

Odinga hatte bei einer Pressekonferenz erklärt, Hacker hätten sich mit der Identität des kurz vor der Wahl ermordeten IT-Chefs der Wahlkommission, Christopher Msando, in das Computersystem der Behörde eingeloggt. "Die allgemeine Wahl von 2017 war ein Betrug." Er sprach von einem Angriff auf die Demokratie und dem größten Wählerdiebstahl in der Geschichte des Landes. Verantwortlich dafür sei Kenyattas Jubilee-Partei. Die wies die Betrugsvorwürfe zurück. Er habe von Odingas Partei Nasa "nichts anderes erwartet", sagte Jubilee-Generalsekretär Raphael Tunju.

Opposition geht nach Wahl in Kenia von Hackerangriff aus
tagesschau 20:00 Uhr, 09.08.2017, Sabine Bohland, ARD Nairobi

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Wahlbeobachter Kerry lobt Wahlsystem in Kenia

Kurz nach Odingas Äußerung gingen in den Slums von Nairobi und in der Oppositionshochburg Kisumu Demonstranten auf die Straßen. Sie zündeten Reifen an, errichteten Straßensperren und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Augenzeugen berichteten. In Kisumu setzte die Polizei Tränengas ein. Im Wahlkreis South Mugirango im Südwesten tötete die Polizei bei gewalttätigen Auseinandersetzungen einen Menschen. In Nairobi wurden nach Polizeiangaben zwei Männer erschossen, als sie versuchten, die Demonstrationen für Diebstähle auszunutzen. In vielen anderen Teilen Kenias blieb es ruhig. Dennoch fühlten sich viele an die Unruhen 2007 erinnert, als mindestens 1100 Menschen starben.

Die Wahlkommission erklärte, es habe weder vor noch während oder nach der Wahl am Dienstag irgendeine Beeinflussung gegeben. Der Leiter einer internationalen Wahlbeobachtermission, Ex-US-Außenminister John Kerry, sagte, Kenia sei offensichtlich sehr gut in der Lage, sein Wahlsystem abzusichern. Wahlbeobachter der EU teilte mit, keine Belege für Manipulationen zu haben.

Kenyatta und Odinga schon lange verfeindet

Amtsinhaber Kenyatta liegt nach Auszählung von 96 Prozent aller Wahllokale mit mehr als 54 Prozent der Stimmen klar vor Odinga mit etwas mehr als 44 Prozent, wie die Wahlkommission erklärte. Odinga war schon bei der Präsidentschaftswahlen 2013 und 2007 unterlegen. Der 55-jährige Kenyatta und Ex-Regierungschef Odinga sind seit langem verfeindet. Odinga beschuldigte den Präsidenten schon vor der Abstimmung, das Wahlergebnis fälschen zu wollen.

Kenia, eine der größten Wirtschaftsnationen in Ostafrika, gründet seinen Wohlstand vor allem auf den Tourismus. Besonders beliebt sind bei Reisenden die tropischen Strände des Landes. Nach islamistischen Anschlägen im Osten Kenias und in Nairobi hatten mehrere Länder Reisewarnungen für das Land ausgegeben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. August 2017 um 20:00 Uhr. Zudem berichtete über dieses Thema die tagesschau am 10. August 2017 um 06:00 Uhr.

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