Schwere Überflutungen in Houston. | Bildquelle: AP

Schäden durch Stürme und Feuer 2017 - das teuerste US-Katastrophenjahr

Stand: 08.01.2018 20:23 Uhr

Naturkatastrophen haben 2017 in den USA so große Schäden angerichtet wie noch nie: Durch Hurrikans und Waldbrände wurden laut Behördenangaben 306 Milliarden Dollar an Werten vernichtet. Mindestens 360 Menschen kamen dabei ums Leben.

2017 war das teuerste Katastrophenjahr in der US-Geschichte. Durch eine Reihe von Stürmen und Bränden hätten sich Schäden in Höhe von 306 Milliarden Dollar (254 Milliarden Euro) angehäuft, teilte die Nationale Meeres- und Atmosphärenbehörde (NOAA) mit.

Waldbrände in Kalifornien | Bildquelle: AP
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Waldbrände richteten in Kalifornien große Schäden an.

Besonders hohe Schäden richteten die drei Hurrikane "Harvey", "Irma" und "Maria" an. Mit insgesamt 265 Milliarden Dollar trugen sie zur teuersten Hurrikane-Saison der US-Geschichte bei, heißt es. Allein "Harvey" habe in Texas Schäden in Höhe von 125 Milliarden Dollar hinterlassen. Außerdem gab es vergangenes Jahr im US-Bundesstaat Kalifornien außergewöhnlich schwere Waldbrände.Für diese bilanzierte die NOAA Schäden in Höhe von 18 Milliarden Dollar - das Dreifache des bisherigen Jahresrekords.

Bei insgesamt 16 Naturkatastrophen habe die Schadenssumme die Schwelle von einer Milliarde Dollar überschritten, bilanzierte die Behörde. Darunter fielen neben den drei Hurrikanes und den Waldbränden zwei Überschwemmungen, ein heftiger Frost, acht schwere Stürme und eine Dürre. Nie seien in einem einzigen Jahr mehr Milliarden-Schadensereignisse festgestellt worden. 360 Menschen kamen bei den Katastrophen ums Leben, wie die NOAA ausführte. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch steige, wenn die Opfer des Hurrikans "Maria" vollständig gezählt seien.

Bislang war 2005 das Jahr mit den höchsten Katastrophenschäden gewesen. Damals hatten unter anderem die Hurrikanes "Katrina", "Wilma" und "Rita" dazu beigetragen, dass sich Schäden in Höhe von 215 Milliarden Dollar anhäuften.

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Waldbrände in Kalifornien (Oktober 2017)

Eine niedergebrannte Wohnhaussiedlung

Trotz des unermüdlichen Einsatzes Tausender Feuerwehrleute breiten sich die Brände in Nordkalifornien immer stärker aus. Schätzungen zufolge sind bereits mehr als 3500 Häuser zerstört. | Bildquelle: AFP

Weiterer Temperaturanstieg

Die Behörde erklärte zudem, dass 2017 das drittheißeste Jahr in den USA für die unteren 48 Staaten mit einer jährlichen Temperatur von 12,6 Grad Celsius war - 2,6 Grad wärmer als der Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Nur 2012 und 2016 waren wärmer. Die fünf wärmsten Jahre für sämtliche US-Staaten ohne Hawaii und Alaska waren alle nach 2006 zu verzeichnen.

2017 war das dritte Jahr in Folge, in dem alle 50 Staaten überdurchschnittliche Temperaturen für das Jahr hatten. Fünf Bundesstaaten - Arizona, Georgia, North Carolina, South Carolina und New Mexico - hatten ihr wärmstes Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen 1895.

Versicherer sehen ebenfalls Rekord-Schadensjahr

Bereits vor einigen Tagen hatte die Münchener Rück erklärt, dass die die Hurrikan-Serie in Amerika und andere Naturkatastrophen weltweit die Versicherer und Rückversicherer 2017 so viel Geld gekostet haben wie noch nie. Der größte Rückversicherer der Welt bezifferte die versicherten Schäden aus Naturkatastrophen auf 135 Milliarden Dollar. Insgesamt verursachten Stürme, Erdbeben und Überschwemmungen 2017 einen Schaden von 330 Milliarden Dollar.

Das war die zweithöchste seit Beginn der Aufzeichnungen 1970 registrierte Summe. Das bisher schadenträchtigste Jahr war 2011 mit dem Tsunami und der folgenden Atomkatastrophe im japanischen Fukushima, die - zu heutigen Werten - zusammen 354 Milliarden Dollar kosteten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. Januar 2018 um 11:37 Uhr.

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