Männer sitzen an einem Kai in Katar | Bildquelle: REUTERS

Krise in Katar Schadensbegrenzung am Golf

Stand: 06.06.2017 13:03 Uhr

Beschwichtigen und einfangen, was seit gestern aus den Fugen gerät: Die Schadensbegrenzung am Golf ist in vollem Gange. Kuwait und Oman bemühen sich zu vermitteln. Experten sprechen von einer "beispiellosen Krise".

Von Sabine Rossi, ARD-Studio Kairo

In der Luft sind die Auswirkungen der diplomatischen Krise am Golf deutlich zu sehen: Flugzeuge von Qatar Airways fliegen nun über Irans Luftraum, wenn sie das kleine Emirat verlassen - und nicht mehr über Saudi-Arabien. So zeigt es eine Internetseite, die die Routen der Flugzeuge weltweit in Echtzeit verfolgt.

Am Boden geht es derweil um Schadensbegrenzung. Beschwichtigen und einfangen, was seit gestern aus den Fugen gerät. Dazu gehört auch, die Menschen in Katar zu beruhigen.

40 Prozent der Lebensmittel kommen über Saudi-Arabien

Das Land ist eine Halbinsel. Die einzige Landesgrenze zu Saudi-Arabien ist nun geschlossen. Rund 40 Prozent aller Lebensmittel kommen normalerweise per Lkw über diese Grenze.

"Katar besitzt andere Verkehrsmittel, Schiffe und Flugzeuge", sagt der Chefredakteur einer katarischen Zeitung dem Nachrichtensender Al Dschasira. "So kann aus der ganzen Welt alles nach Katar kommen, was die Bürger an Lebensmitteln benötigen. Ich glaube, dass die Firmen, die den Export gestoppt haben, den katarischen Markt verlieren werden - aber Katar selbst hat nichts verloren."

Florian Bauer, WDR, über die Sanktionen gegen Katar
tagesschau24 15:00 Uhr, 06.06.2017

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2014 schon einmal Beziehungen abgebrochen

Außerdem habe Katar nach der letzten Krise 2014 vorgesorgt, sagt der Journalist. Vor drei Jahren hatten Saudi-Arabien und andere arabische Länder schon einmal ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Der Vorwurf, Katar unterstütze Terroristen und Extremisten, stand auch damals im Raum.

Diesmal gehen Saudi-Arabien und seine Mitstreiter noch einen Schritt weiter. Sie versuchen, Katar weitgehend zu isolieren. Wer einen katarischen Pass hat, muss binnen zwei Wochen in seine Heimat zurückkehren.

Kuwait und Iran versuchen, die Wogen zu glätten

"Das ist in der Tat eine beispiellose Krise in der Geschichte der Beziehungen des Golf-Kooperationsrats", sagt Feisal Abusleeb, Politologe an der Universität in Kuwait. Er setzt auf das diplomatische Geschick des Emirs von Kuwait, dessen Rolle als Vermittler in der Region geschätzt werde.

Kuwait und Oman bemühen sich im Hintergrund, die Wogen zu glätten. Es wird viel telefoniert zwischen den Herrscherhäusern. Keiner der arabischen Fürsten hat ein Interesse daran, dass der Golf-Kooperationsrat auseinanderbricht. Der Zusammenschluss der Regionalstaaten ist sich zwar nie Hundert Prozent einig, aber stimmt sich immerhin in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik und in der Wirtschaft ab.

Bricht Golf-Kooperationsrat auseinander?

Selbst Katars Außenminister, Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani, hatte am Abend noch zur Einheit aufgerufen. Gleichzeitig hatte er sich aber dagegen verwahrt, dass andere arabische Länder sich in Katars Angelegenheiten einmischen: "Die Zukunft des Golf-Kooperationsrates steht für uns infrage. Wir alle wissen, dass die Golf-Nationen eins sind, dass sie ein- und dieselbe Kultur teilen, und dass Familien über Landesgrenzen hinweg geheiratet haben. Wir haben die Möglichkeit, im Golf-Kooperationsrat zusammenzuhalten und uns gegen die Politik der Bevormundung eines der Mitgliedstaaten zu stellen."

Gelinge dies nicht, "dann sehe ich für die Zukunft des Bündnisses ein großes Fragezeichen", so der Außenminister.

Beobachter rechnen mit einem Einlenken - und mit Zugeständnissen aus Katar. Auch das gab es vor drei Jahren schon einmal.

Katar und die diplomatische Krise am Golf
S. Rossi, ARD Kairo
06.06.2017 12:31 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 06. Juni 2017 NDR Info um 12:08 und 12:20 Uhr sowie der Deutschlandfunk um 12:12 Uhr.

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