Doha | Bildquelle: dpa

Diplomatische Krise am Golf Katar setzt auf den Iran

Stand: 24.08.2017 10:49 Uhr

Katar will wieder einen Botschafter in den Iran entsenden. Das Emirat hatte den Diplomaten in Teheran vor gut 20 Monaten abgezogen. Saudi-Arabien und seine Verbündeten fordern dagegen einen Abbruch der Beziehungen zwischen Katar und dem Iran.

Katar hat sich über Forderungen arabischer Staaten hinweggesetzt und wieder vollständige diplomatische Beziehungen zum Iran hergestellt. Das katarische Außenministerium gab bekannt, dass der Botschafter des Landes nach Teheran zurückkehren werde. Katar hatte den Botschafter Anfang 2016 zurückgerufen, nachdem die Hinrichtung des prominenten schiitischen Predigers Nimr Al Nimr durch Saudi-Arabien Angriffe auf zwei saudi-arabische diplomatische Einrichtungen im Iran ausgelöst hatte. Damit zeigte Katar damals Solidarität mit Saudi-Arabien.

Katar habe zum Ausdruck gebracht, dass es die bilateralen Beziehungen zum Iran "in allen Bereichen" stärken wolle, teilte das Außenministerium mit. Iranische Staatsmedien bestätigten die Entwicklung, gingen aber nicht näher darauf ein.

Forderung aus Riad ignoriert

Mit der Entscheidung setzt sich das Emirat bewusst über eine Forderung von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten, Bahrain, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten hinweg. Sie hatten im Zuge der diplomatischen Krise, die seit Juni andauert, verlangt, dass Katar die Beziehungen zu Iran komplett abbricht.

Die diplomatische Krise hatte am 5. Juni begonnen, als die vier arabischen Länder die diplomatischen Verbindungen zu Katar einstellten. Sie warfen dem Land vor, Terroristen zu finanzieren und dem Iran zu nahe zu stehen. Katar hat eine Unterstützung von Extremisten bestritten. Die boykottierenden Länder gaben später eine Liste mit 13 Forderungen an Katar heraus, zu denen auch gehörte, dass Doha seine diplomatischen Einrichtungen im Iran und den TV-Sender Al Dschasira schließe. Katar ignorierte jedoch die Forderungen. Damals brachen die Nachbarn Katars Land-, See- und Luftverbindungen wegen der katarischen Politik im Nahen Osten ab.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. August 2017 um 09:23 Uhr.

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