Die Skyline von Katar | Bildquelle: AP

Persischer Golf Katar will Krise im Dialog lösen

Stand: 22.07.2017 02:50 Uhr

Im Streit mit seinen arabischen Kritikern schlägt der Emir des Golfemirats Katar versöhnliche Töne an. Man hoffe, den Konflikt im Dialog und auf dem Verhandlungsweg zu lösen, sagte Scheich Tamim bei seiner ersten öffentlichen Ansprache zu der Krise.

Das Golfemirat Katar bleibt nach Ansicht seines Emirs weiter offen für eine Lösung des diplomatischen Konflikts mit vier anderen arabischen Nationen. Jegliche Verhandlungen müssten jedoch Katars Souveränität und Willen berücksichtigen. Lösungen könnten nicht von außen diktiert werden, sagte Scheich Tamim bin Hamad al-Thani in einer Fernsehansprache.

Katars Emir, Scheich Tamim bin Hamid al-Thani | Bildquelle: AP
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Katars Emir, Scheich Tamim bin Hamid al-Thani

Die Katarer hätten angesichts der Krise Entschlossenheit und Solidarität bewiesen, was das Emirat noch widerstandsfähiger mache, sagte er. Scheich Tamim bekräftigte, der Golfstaat wolle Terrorismus bekämpfen.

Scheich Tamim spricht von Schmierenkampagne

Am Vortag hatte er ein Dekret herausgegeben, mit dem Katars Gesetze zur Terrorabwehr überarbeitet werden sollen. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten dies als "positiven Schritt" bezeichnet. Neben den Emiraten hatten auch Saudi-Arabien, Bahrain und Ägypten vor eineinhalb Monaten alle diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und dies unter anderem damit begründet, dass das Emirat Terrorgruppen unterstütze.

Ausschlag für die Isolation des Landes waren aus Sicht von Scheich Tamim jedoch eine Schmierenkampagne und gesetzeswidrige Maßnahmen, die von langer Hand geplant gewesen seien. "Die Täter haben unsere Souveränität und Unabhängigkeit untergraben, indem sie falsche Stellungnahmen erfanden und die internationale öffentliche Meinung in die Irre führten", erklärte er mit Blick auf einen Cyberangriff im Mai, nach dem es kurze Zeit später zum diplomatischen Streit kam.

Mit der Hackerattacke hatten Mitarbeiter der katarischen Regierung die Vereinigten Arabischen Emirate bereits am Vortag in Verbindung gebracht, die Emirate streiten jegliche Rolle bei dem Vorfall ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2017 um 02:00 Uhr.

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