Die Skyline von Katar | Bildquelle: AP

Arabische Staaten stellen Ultimatum Katar will "angemessen antworten"

Stand: 24.06.2017 10:18 Uhr

Innerhalb von zehn Tagen soll Katar seine Beziehungen zum Iran und der Türkei drastisch einschränken sowie den Sender Al Dschasira schließen. Das fordern vier Nachbarstaaten. Katar bezeichnete die Vorgaben als "unrealistisch". Derweil ziehen sich die USA aus der Krise zurück.

Katar hat den Erhalt einer Forderungsliste von Saudi-Arabien und anderen Blockadestaaten bestätigt. Derzeit würden die darin enthaltenen Forderungen und ihre Grundlagen analysiert, um eine angemessene Antwort vorzubereiten und sie dann Kuwait zu übergeben, meldete die staatliche katarische Nachrichtenagentur QNA unter Berufung auf das Außenministerium.

Kuwait, das in der Krise vermittelt, hatte den Katalog der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens, Ägyptens und Bahrains übergeben. Beobachter sprechen von harschen Vorgaben, die Katar voraussichtlich nicht erfüllen werde. So hieß es aus dem Außenministerium des Emirats bereits, die Liste sei unrealistisch und nicht umsetzbar.

13 Forderungen und ein Ultimatum

Zu den 13 Forderungen zählt Medienberichten zufolge die Auflösung des von Katar finanzierten Nachrichtensenders Al-Dschasira, eine Distanzierung vom Iran und die Schließung eines türkischen Militärstützpunktes in Katar. Die Türkei teilte mit, dass sie der Forderung, ihren Militärstützpunkt zu schließen, nicht nachkommen werde.

Auch der Sender Al Dschasira wehrt sich gegen die Rufe nach einer Schließung. Die Forderungen seien nichts anderes als ein Versuch, die Meinungsfreiheit in der Region einzuschränken und das Recht der Menschen auf Information zu unterdrücken, teilte der Sender mit.

Laut der Medienberichte wollen die Gegner Katars nicht nur Al Dschasira geschlossen sehen, sondern auch damit verbundene Medien wie Arabi21, Rassd, Al Arabi al Dschadid und Middle East Eye.

Arabische Staaten legen Katar Forderungskatalog vor
tagesschau 20:00 Uhr, 23.06.2017, Alexander Stein, ARD Kairo

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Zehn Tage Zeit, die Forderungen umzusetzen

Die vier Länder hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Sie beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den Islamischen Staat (IS) zu unterstützen. Sie werfen dem Golfstaat außerdem eine zu große Nähe zum Iran vor. Den Berichten zufolge erhielt Katar nun zehn Tage Zeit, um sich den Forderungen zu beugen.

Menschen stehen in einem Terminal am Flughafen von Katar | Bildquelle: AFP
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Saudi-Arabien und andere Golfstaaten hatten den Flug- und Schiffsverkehr zu Katar unterbrochen.

Die Krise brachte auch die Landeswährung Katars stark unter Druck. Allein am Freitag verlor der Katar-Riyal zum US-Dollar über zwei Prozent an Wert.

Newsroom des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira | Bildquelle: AP
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Katar soll den TV-Sender Al Dschasira schließen.

USA bezeichnen Streit als "Familienangelegenheit"

Trotz der zugespitzten Lage ziehen sich die USA aus den Vermittlungsbemühungen zurück. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, erklärte den Streit zu einer "Familienangelegenheit", welche die Länder unter sich klären sollten. Die Tage zuvor hatte US-Außenminister Rex Tillerson versucht, den Streit zu schlichten. Ob die US-Regierung die Forderungen der vier Gegner Katars für legitim halten, wollte Spicer nicht sagen.

Dagegen boten die Vereinten Nationen ihre Hilfe zur Beilegung des Konfliktes an. Die UN seien bereit zu helfen, wenn dies von den Parteien erbeten werde, sagte UN-Sprecherin Eri Kaneko.

Deutschland setzt auf Entspannung

Die Bundesregierung drängt die Konfliktparteien zur Aufnahme von Gesprächen. "Wir haben ein Interesse daran, dass der Konflikt eingehegt wird", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer. Mit der Bewertung der Forderungen sei er vorsichtig, da er bislang nur aus den Medien von der Liste erfahren habe.

Mit Blick auf Al-Dschasira betonte er, das deutsche Bekenntnis zur Pressefreiheit gelte nicht nur für im Inland angesiedelte Medien. Falls Staaten im Katar-Konflikt nun zumindest einen "dünnen Gesprächsfaden" aufnehmen sollten, wäre dies aus seiner Sicht aber eine "gute Nachricht".

Über dieses Thema berichtete das Medienmagazin "ZAPP" am 14. Juni 2017 um 23:20 Uhr und die tagesschau am 23. Juni 2017 um 17:00 Uhr.

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