Katars Emir, Scheich Tamim bin Hamid al-Thani | Bildquelle: AP

Krise mit Katar Emirat unter Druck

Stand: 07.06.2017 02:07 Uhr

Abgesagte Flüge, Ausweisungen und Hamsterkäufe: Die diplomatische Krise zwischen mehreren arabischen Staaten und Katar trifft das Emirat schwer. Zwar sind Vermittlungsbemühungen angelaufen, doch die Schuldzuweisungen dominieren.

Von Anna Osius, ARD-Studio Kairo

Beide Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber: Nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen von Saudi-Arabien und anderer arabischer Staaten mit Katar geben sich die Kontrahenten gegenseitig die Schuld. Der katarische Außenminister Mohammed Bin Abdelrahmen al-Thani erklärte, sein Land lehne jegliche Bevormundung durch andere Länder ab und betonte demonstrativ gelassen, die Auswirkungen der Krise seien im Land nicht weiter spürbar. Katar habe seine eigenen Pläne und Programme, um seine eigene Vision zu verwirklichen - unabhängig von jeglichen politischen Einflüssen. "Die Arbeit an unseren Projekten geht unbeeinflusst weiter, ohne nennenswerte Folgen für den Alltag in Katar", betont al-Thani.

Leere Regale und Hamsterkäufe

Das sieht im Fernsehen anders aus: Die Sender zeigen leergeräumte Regale in Supermärkten, berichten von Hamsterkäufen in Katars Hauptstadt Doha. Denn die Luft- und Landblockade dürfte sich Analysten zufolge durchaus auf die wirtschaftliche Lage des Emirats auswirken. Katar hat zwar große Erdgas- und Ölvorkommen, produziert aber nahezu keine Lebensmittel. Milch, Eier, Käse, Fleisch kommen bislang aus Saudi-Arabien. Jetzt sind die Grenzen dicht und die Preise könnten explodieren.

Erdogan kritisiert Isolierung Katars
tagesschau 09.00 Uhr, 07.06.2017

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So auch bei den Flügen: Qatar Airways ist eine der größten Fluggesellschaften der Welt. Jetzt müssen die Maschinen erhebliche Umwege fliegen, da sie große Flughäfen wie beispielsweise Dubai nicht mehr ansteuern dürfen. Und das könnte sich auch auf den Wettbewerb - und damit auf die Preise auswirken. Ob die diplomatische Krise am Golf auch die Öl- und Gaspreise beeinflussen wird, lässt sich noch nicht sagen. Bislang haben sich die Ölpreise kaum bewegt. Sollte aber beispielsweise auch noch eine Seeblockade kommen, könnte das für die Gaslieferungen Katars empfindliche Folgen haben.

Tragödie am Golf

Experten bezeichnen die diplomatische Krise am Golf als Erdbeben. Und das in einer Region, die keine Form von Unruhe gut verkrafte, so Politikredakteur Ibrahim Bayram aus Beirut: "Wir haben es hier mit einer unmittelbaren Konfrontation zu tun, die das gesamte arabische System beeinflussen wird. Es ist eine Tragödie am Golf. Und wir werden ökonomische Verluste erleben durch den Schnitt zwischen Katar und Saudi-Arabien." 

Florian Bauer, WDR, über die Sanktionen gegen Katar
tagesschau24 15:00 Uhr, 06.06.2017

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Katar ist nur halb so groß wie Hessen und gilt doch als eines der reichsten Länder der Welt. Wirtschaftlich mischte das Emirat in den vergangenen Jahren auf der ganzen Welt mit: Über 330 Milliarden Dollar soll Katar weltweit schon angelegt haben. Darunter sind auch Beteiligungen an deutschen Unternehmen wie Volkswagen, Hapag Lloyd oder bei der Deutschen Bank. Nach Angaben der katarischen Botschaft in Berlin haben 64 deutsche Firmen einen Sitz in Katar. Dazu zählen die Allianz, BMW und Thyssen Krupp. Wie weit sich die diplomatische Krise auf die deutschen Firmen auswirkt, ist unklar. 

Saudis stellen Bedingungen

Die USA und Kuweit haben jetzt angekündigt, bei der diplomatischen Krise zu vermitteln. Saudi-Arabien hat seine Bedingungen bereits gestellt: "Es muss einen Fahrplan und internationale Garanten geben, dass Katar mit der Finanzierung der Muslimbrüder und seiner Unterstützer aufhört", sagt der saudische Politologe Ali al-Tauhati. Katar dürfe sich zudem nicht in innere Angelegenheiten anderer arabischer Staaten einmischen und den Konfessionalismus und Meutereien gegen Staatsgewalten nicht mehr unterstützen, hieß es weiter von saudischer Seite.

Harte Vorwürfe. Die allein dürften bei Katar alles andere als Verhandlungsbereitschaft auslösen. Die Krise am Golf - sie geht erstmal unvermindert weiter.

Krise am Golf: Lage in Katar
A. Osius, ARD Kairo
06.06.2017 20:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Juni 2017 um 15:00 Uhr.

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