Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy | Bildquelle: AFP

Unabhängigkeitserklärung Kataloniens Rajoy greift durch

Stand: 28.10.2017 09:47 Uhr

Spaniens Ministerpräsident Rajoy hat die Amtgeschäfte der katalanischen Regionalregierung übernommen und den Polizeichef entlassen. Am 21. Dezember soll es Neuwahlen geben. Doch wie es in Barcelona nun konkret weitergeht, ist völlig unklar. Die Befürworter der Unabhängigkeit feierten dennoch.

Von Christopher Plass, ARD-Studio Madrid, zzt. Barcelona

Es wurde viel gejubelt am Tag der Ausrufung der Unabhängigkeit in Barcelona. Zunächst vor dem Parlament, als die Abstimmung über die geplante Unabhängigkeit lief: Draußen zählten sie mit, als drinnen die Stimmzettel ausgewertet wurden. Als die Mehrheit für den Weg zur katalanischen Republik klar war, brach dort Jubel der Anhänger aus.

Dann verlagerte sich die Begeisterung in die historische Innenstadt von Barcelona, rund um den Sitz der Regierung. Zehntausende waren auf den Beinen, viele schwenkten Fahnen.

Sebastian Kisters, ARD Madrid, mit aktuellen Informationen
tagesschau24 11:00 Uhr, 28.10.2017

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Sorgen? Nicht jetzt!

Im Gedränge traf man natürlich nur Menschen, die für die Unabhängigkeit sind: "Zehn Jahre haben wir gewartet und es hat viele Nerven gekostet", so ein Ehepaar. Auch der Student Marc freute sich, dass das Parlament die Unabhängigkeit erklärt habe: entschlossen, aber friedlich habe man das erreicht.

Josep, einem älteren Mann, standen Tränen in den Augen. Auf die Frage, ob er nicht auch Probleme in der Zukunft sehe, meinte er: "Darüber will ich erst morgen reden." Aber es werde Schwierigkeiten geben, die Republik zu verteidigen. Genia, die auch in Berlin gelebt hat, macht sich schon Sorgen, wie Madrid jetzt reagieren könnte. Aber egal: jetzt werde gefeiert.

Realität: Regierung abgesetzt

Im krassen Gegensatz dazu die Realität. Die Abspaltung einer unabhängigen Republik Katalonien akzeptiert die spanische Zentralregierung nicht. Ministerpräsident Mariano Rajoy übernahm offiziell die Amtsgeschäfte des abgesetzten katalanischen Regierungschefs Carles Puigdemont. Auch die übrigen Mitglieder der nach Unabhängigkeit strebenden Regierung in Barcelona wurden mit der offiziellen Veröffentlichung im Amtsblatt abgesetzt, ebenso der katalanische Polizeichef. Zuvor hatte der spanische Senat den Weg für Zwangsmaßnahmen frei gemacht.

Außerdem soll es juristische Konsequenzen geben, Puigdemont muss mit Anklage rechnen. Und Rajoy kündigte Neuwahlen für den 21. Dezember an. Was in Barcelona passiert sei, richte sich auch gegen die Interessen einer Mehrheit von Spaniern und Katalanen. Die Entscheidungen seien null und nichtig.

Dennoch meldete eine katalanische Zeitung am Morgen, die katalanische Regierung werde im Amt bleiben.

Wie setzt Madrid den Beschluss um?

Nun wird mit Spannung erwartet, wie die Zentralregierung ihre Beschlüsse umsetzen will. Die Menschen, die sich in Barcelona versammelt hatten, rechneten mit weiterer Eskalation. Rajoy mahnte dagegen, Ruhe zu bewahren.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. Oktober 2017 um 11:00 Uhr.

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