Demonstranten sitzen in einem Park vor dem Justizministerium. | Bildquelle: REUTERS

Katalonien-Referendum Demonstranten werden sesshaft

Stand: 22.09.2017 16:52 Uhr

Gekommen, um zu bleiben: In Barcelona harren die Befürworter eines unabhängigen Kataloniens vor dem Justizministerium aus. Zelte wurden aufgebaut. Ob das Referendum wirklich stattfinden kann, ist aber nicht sicher. Die Regionalregierung sprach von einem "Notfallplan".

Neun Tage vor dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien haben in der Nacht erneut Hunderte Menschen für das Recht auf die Volksabstimmung demonstriert. Sie harrten vor dem Justizpalast von Barcelona aus, um die Freilassung von 14 separatistischen Politikern und Beamten zu fordern. Laut spanischen Medien wurden mitterweile alle freigelassen, da Untersuchungshaft auf 72 Stunden begrenzt ist.

Die Stimmung sei nicht mehr so angespannt wie in den Vortagen gewesen, berichtete das spanische Fernsehen. Viele Demonstranten hätten stundenlang getanzt und gesungen, während sie Spruchbänder und die "Estelada" schwenkten - die Flagge der Unabhängigkeitsbewegung der Region.

Tonlage wird im Streit um Kataloniens Unabhängigkeit immer schärfer
tagesschau 14:00 Uhr, 22.09.2017, Stefan Schaaf, ARD Barcelona

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Protestlager errichtet

Andere hätten ein Zeltlager errichtet. Im Laufe des Tages hätten mindestens 20.000 Demonstranten an den Kundgebungen teilgenommen, berichtete die Zeitung "El Diario". Heute kamen auch in der katalanischen Stadt Hospitalet de Llobregat Hunderte Menschen zu Protesten zusammen.

An Protesten an der Universität von Barcelona beteiligten sich rund 2000 Studenten. Vertreter der Studentenschaft riefen die Demonstranten auf, die Proteste über das Wochenende fortzusetzen.

Mehr Polizei für Region

Spaniens Regierung will zusätzliche Polizisten in die Region entsenden. Sie sollten aktiv werden, falls die Regionalregierung am 1. Oktober die Abstimmung durchführe, teilte das spanische Innenministerium mit. Das katalanische Innenministerium sei informiert worden. Die Zahl der Beamten ist unklar. Spanische Medien berichten von etwa 2000 Kräften, sowohl von der National- als auch der Militärpolizei. Die Polizisten sollen auf Kreuzfahrtschiffen übernachten, die im Hafen von Barcelona liegen. Doch die Hafenarbeiter kündigen bereits an, die Schiffe aus Protest gegen die spanische Zentralregierung nicht abzufertigen.

Die Zentralregierung in Madrid will die Abstimmung über die Abspaltung der wirtschaftsstarken Region um jeden Preis verhindern. Die katalanische Regionalregierung von Carles Puigdemont hat hingegen angekündigt, das vom Verfassungsgericht untersagte Referendum auch gegen den Willen Madrids durchzuführen. Er habe einen "Notfallplan, um die Volksbefragung zu garantieren", betonte Puigdemont.

Dennoch ist weiterhin fraglich, ob das Referendum überhaupt stattfinden kann. Die Organisatoren hatten gestern erstmals eingestanden, dass das Votum nach den Polizeirazzien der Zentralregierung und der Beschlagnahme von Tausenden Wahlzetteln und -urnen infrage steht. "Es ist offensichtlich, dass wir nicht so abstimmen können wie wir es eigentlich wollten", sagte der Wirtschaftsminister der ostspanischen Region, Oriol Junqueras, dem Fernsehsender TV3. Er glaube dennoch, dass sich viele Wähler beteiligen werden.

Schwere Krise für Spanien

Der Streit über das für den 1. Oktober angesetzte Referendum hat Spanien in eine der schwersten Krisen seit der Franco-Diktatur gestürzt. Nach Ansicht der Zentralregierung ist die Abstimmung verfassungswidrig. Unklar ist, ob die Regierung in Madrid das Votum verhindern kann. Möglicherweise bekommt die Unabhängigkeitsbewegung damit auch Zulauf.

Mit Informationen von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. September 2017 um 12:00 Uhr und um 13:00 Uhr im ARD-Mittagsmagazin.

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