Carles Puigdemont | Bildquelle: AP

Neuer Regionalpräsident gewählt Separatist Puigdemont führt Katalonien

Stand: 11.01.2016 06:39 Uhr

Wenige Stunden vor Ablauf der Frist hat Katalonien einen neuen Regionalpräsidenten: Das Parlament in Barcelona wählte den bisherigen Bürgermeister von Gerona, Puigdemont. Er kündigte an, die Loslösung von Spanien voranzutreiben.

Mehr als drei Monate nach der Parlamentswahl hat Katalonien einen neuen Regierungschef: Die Abgeordneten im Regionalparlament in Barcelona stimmten mit 70 zu 63 Stimmen für Carles Puigdemont. Zwei Abgeordnete enthielten sich.

Vor Beginn der Parlamentsdebatte hatte Puigdemont versprochen, dass er den Kurs seines Vorgängers Artur Mas für eine Abspaltung Kataloniens von Spanien bis 2017 fortsetzen wolle. Puigdemont gilt als überzeugter Verfechter der Unabhängigkeit. Der 53-jährige Journalist rief in seiner Rede vor dem Parlament dazu auf, den Prozess der Loslösung zu starten. Puigdemont war bisher Bürgemeister der 75.000-Einwohner-Stadt Gerona, die im Katalanischen Girona heißt.

Schnell Ersatzkandidat gesucht

Mas selbst konnte nicht erneut antreten, weil ihm die CUP mit ihren zehn Abgeordneten ihm die Unterstützung verweigert hatte.

Am Samstag hatte das Separatistenbündnis Junts pel Sí (Gemeinsam fürs Ja) schließlich Puigdemont, den bisherigen Bürgermeister von Gerona, als Ersatzkandidaten aufgestellt. Hätte das Parlament bis Mitternacht keinen neuen Regierungschef gewählt, wären Neuwahlen im März nötig geworden.

Thomas Schneider, ARD Madrid, über den Kurs Puigdemonts und spanische Reaktionen
tagesschau24 09:00 Uhr, 11.01.2016

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Rajoy will Abspaltung verhindern

Die spanische Zentralregierung betonte erneut, dass sie eine Abspaltung Kataloniens unter keinen Umständen zulassen werde. "Wir haben mehr Mittel als je zuvor, um die Einheit des Landes zu gewährleisten", sagte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy in einer Fernsehansprache. "Die Spanier können beruhigt sein." Es werde keine Abspaltung Kataloniens geben.

Katalanisches Parlament wählt separatistischen Ministerpräsidenten
D. Sulzmann, ARD Madrid
11.01.2016 11:22 Uhr

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