Donald Trump | Bildquelle: AP

Gouverneur Kasich über Trump "Einsatz der Abrissbirne"

Stand: 13.07.2018 10:46 Uhr

Es gibt nur noch wenige Republikaner, die sich trauen, die Politik von US-Präsident Trump öffentlich zu kritisieren. Neben einigen Senatoren ist es vor allem der Gouverneur von Ohio, John Kasich.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

John Kasich ist ein traditioneller Republikaner, wie er im Buche steht: für ein enges transatlantisches Verhältnis, für internationales Engagement der USA, für freien Welthandel. Dass US-Präsident Donald Trump aus seiner Partei eine protektionistische "America First"-Partei gemacht hat, damit will sich der Gouverneur des Bundesstaates Ohio nicht abfinden.

In seiner Partei ist Kasich einer der wenigen, der Trump öffentlich kritisiert. Trumps Umgang mit den westlichen Bündnispartnern beim NATO-Gipfel in Brüssel und zuvor beim G7-Gipfel in Quebec findet Kasich alarmierend: "Ich bin besorgt, denn wir erleben ein Ausfransen der Beziehung, die uns 70 Jahre lang den Frieden bewahrt hat. In Europa fragt man sich, wie zuverlässig Amerika noch ist."

Republikaner John Kasich, besorgt über Trumps politische Alleingänge
13.07.2018

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Bündnispartner wie Schulhofrüpel behandelt

Die Begeisterung in seiner Partei über den Deal-Maker Trump kann Kasich nicht nachvollziehen. Wer jahrzehntelange Bündnispartner wie Schulhofrüpel behandele, der stärke nicht das Bündnis, sondern erreiche das Gegenteil:

"Erst die Abrissbirne einsetzen und dann hoffen, dass sich alles wieder zusammenfügt, das ist nicht mein Ansatz. Das schafft wachsende Ressentiments. Und die Europäer fragen sich, wohin das führen wird?"

"Ich bin ein großer Fan von Merkel"

Erst kürzlich war Kasich in Europa unterwegs. Das Erstarken autoritärer Regierungen in Mittel- und Osteuropa und die Spannungen innerhalb der Europäischen Union beobachte er mit Sorge, sagt er. Auch deshalb ärgert ihn der Dauerbeschuss des US-Präsidenten gegen die EU, gegen Deutschland und die Bundeskanzlerin, sagt Kasich im Interview mit der ARD: "Deutschland ist ein großartiger Verbündeter. Und das sage ich jetzt ganz offen: Ich bin ein großer Fan von Merkel. Sie ist eine hervorragende Führungspersönlichkeit."

Dass der US-Präsident nicht nur einen Handelsstreit mit China begonnen hat, sondern gleichzeitig auch mit der EU und Kanada, hält Kasich für einen Fehler. Ebenso dass Trump immer nur auf die Handelsbilanzen schaue, nicht aber auf die erheblichen Investitionen anderer Länder in den USA.

John Kasich | Bildquelle: picture alliance/AP Images
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Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, sagt: "Ein zügelloser Protektionismus hat noch nie in der Geschichte funktioniert"

"Ein zügelloser Protektionismus hat noch nie in der Geschichte funktioniert", sagt Kasich. Man sehe jetzt schon, dass Harley Davidson mehr im Ausland produzieren wolle. "Und auch BMW-Amerika denkt daran, seine Produktion in andere Standorte zu verlagern."

Kasich als moderater Konservativer

Der 66-Jährige ist noch bis November Gouverneur von Ohio. Dann endet seine zweite und damit letzte Amtszeit. Kasich will nicht ausschließen, dass er 2020 noch einmal als Präsidentschaftskandidat antritt. Entweder als innerparteilicher Herausforderer von Präsident Trump oder als unabhängiger Kandidat der Mitte.

Kasich gilt als moderater Konservativer und versteht sich gut mit dem demokratischen Gouverneur von Colorado, John Hickenlooper. Ein Team der Mitte also, aus der Mitte des Landes: Kasich-Hickenlooper? "Nein, das passt nicht auf einen Aufkleber", wiegelt John Kasich ab: "In Deutschland ginge das vielleicht. Aber für Amerikaner ist das einfach zu lang."

Politik der Abrissbirne - Republikaner Kasich kritisiert Trump
Martin Ganslmeier, ARD Washington
13.07.2018 09:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Juli 2018 um 07:31 Uhr.

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