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Nach dem Amoklauf auf der US-Militärbasis Fort Hood in Texas ist die Zahl der Toten auf 13 gestiegen. Ein Militärpsychiater hatte im medizinischen Untersuchungszentrum auf Soldaten geschossen. Durch den schnellen Einsatz der Sicherheitskräfte konnte ein weiteres Blutbad verhindert werden.
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington
Fort Hood steht unter Schock. Noch nie hat es ein solches Blutbad auf einem amerikanischen Militärstützpunkt gegeben. Der Täter stammt aus den eigenen Reihen. Die Ermittlungen dauerten noch an, sagte der Kommandeur der Basis Bob Cone. Aber es sehe so aus, als habe man es mit einem Einzeltäter zu tun.
Cone gab nicht viel mehr bekannt als den Namen des Verdächtigen: Major Nidal Hasan. Er erklärte, der Mann liege schwer verletzt im Krankenhaus. Zunächst hieß es, er sei tot. Die amerikanischen Medien fanden schnell mehr über Hasan heraus. Der 39-jährige ist Armeepsychiater, der Soldaten vor und nach Auslandseinsätzen psychologisch betreute.
Hasan sollte offenbar bald selbst in den Irak geschickt werden, wollte aber wohl nicht. Drei weitere Verdächtige, die kurzzeitig festgenommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß. Um 13:30 Uhr Ortszeit war der Täter an einen der belebtesten Orte des Stützpunkts gestürmt, in ein Zentrum, in dem Soldaten unmittelbar vor einer Auslandsmission zum letzten Mal untersucht werden. Der Schütze feuerte aus zwei Waffen, eine davon halbautomatisch. Die Opfer hatten keine Chance, sie waren unbewaffnet. Kommandeur Cone erklärte: "Wir tragen keine Waffen auf dem Stützpunkt. Das ist unser Zuhause."
Es dauerte nicht lange, bis bewaffnete Sicherheitskräfte vor Ort eintrafen und den Täter niederschossen. Trotzdem hatte er schon Dutzende Menschen getroffen, viele davon tödlich. Augenzeugen berichteten, dass unverletzte Soldaten sofort Erste Hilfe leisteten. Teilweise zerrissen sie ihre Uniformen und T-Shirts, um den Verwundeten Druckverbände anzulegen. Kommandeur Cone lobte das schnelle Eingreifen der bewaffneten Sicherheitskräfte und die schnelle Erste Hilfe. So schrecklich das Geschehene sei, es hätte noch schlimmer kommen können, sagte er.
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Der Verdächtige Hasan ist bei Bewusstsein, hat aber bisher noch nicht mit den Ermittlern gesprochen. Das amerikanische Verteidigungsministerium warnte davor, voreilige Schlüsse über das Tatmotiv zu ziehen. Es reagierte damit auf Spekulationen, das es sich um einen islamischen Terrorakt handeln könnte. Manche verweisen auf Hasans arabischen Nachnamen. Der Mann ist amerikanischer Staatsbürger jordanischer Abstammung. Andere berichteten, der Verdächtige habe in Internet-Blogs Interesse an Selbstmordattentaten gezeigt, deshalb habe ihn das FBI auch im Visier gehabt.
Präsident Barack Obama verurteilte die Tat als schrecklichen Ausbruch der Gewalt: "Es ist schwierig genug, wenn wir tapfere amerikanische Soldaten in ausländischen Kriegen verlieren. Aber es ist entsetzlich, dass sie auf einem Militärstützpunkt auf amerikanischem Boden unter Feuer geraten." Obama versprach, die Tat werde bis ins letzte Detail aufgeklärt.
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