Indische Soldaten in Srinagar

Am indischen Unabhängigkeitstag Tote und Verletzte bei Gewalt in Kaschmir

Stand: 15.08.2016 15:17 Uhr

Seit Wochen gibt es in Kaschmir Unruhen. Nachdem im Juli ein Rebellenführer im indischen Teil der Region getötet wurde, gilt eine Ausgangssperre. Auch heute - am indischen Unabhängigkeitstag - reißt die Gewalt nicht ab. Mindestens fünf Menschen wurden getötet.

Bewaffnete Angreifer haben im indischen Teil Kaschmirs mehrere Sicherheitskräfte angeschossen. Nach Polizeiangaben wurden ein Offizier der paramilitärischen indischen Polizeieinheit CRPF und vier der mutmaßlichen Rebellen getötet. Acht weitere CRPF-Beamte und ein Polizist wurden verletzt. Wie die Polizei bestätigte, griffen Widerstandskämpfer die Einheiten an zwei Orten in Srinagar an. Die Gefechte hätten mehrere Stunden gedauert.

Pakistan will mit Indien sprechen

Die pakistanische Regierung lud Indien zu Gesprächen über den Konflikt in der Kaschmir-Region ein. Der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Nafees Zakaria, sagte, der indische Botschafter in Islamabad habe einen Brief mit der Einladung erhalten. Er sei gebeten worden, ihn an den Außenminister weiterzuleiten.

Schwere Unruhen seit Juli

Die Sicherheitskräfte in Srinagar sind nach wochenlangen blutigen Unruhen in Kaschmir in höchster Alarmbereitschaft. In der Region wurde eine Ausgangssperre verhängt, nachdem Anfang Juli der junge Rebellenführer Burhan Wani bei einem Feuergefecht mit den indischen Sicherheitskräften erschossen worden war. Sein Tod führte zu heftigen Protesten, in deren Verlauf mehr als 50 Zivilisten getötet wurden. Es waren die schwersten Unruhen in Kaschmir seit 2010.

Kaschmir ist zwischen Indien und Pakistan geteilt. Seit 1989 kämpfen Rebellen für eine Unabhängigkeit des indischen Teils oder einen Zusammenschluss mit Pakistan. Mehr als 68.000 Menschen kamen seither ums Leben.

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