Ein Mann geht auf St. Martin auf einer verwüsteten Straße. | Bildquelle: AFP

Lage auf Saint-Martin Ausgangssperre und Angst vor "Jose"

Stand: 09.09.2017 19:45 Uhr

Der Hurrikan "Irma" hat die Karibikinsel Saint-Martin verwüstet. Nach Berichten über Plünderungen wurden eine nächtliche Ausgangssperre verhängt und zusätzliche Polizisten entsandt. Der Insel drohen neue Zerstörungen: "Jose" kommt immer näher.

Auf der durch den Hurrikan "Irma" verwüsteten Insel Saint-Martin ist eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden. Diese gelte von 19:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr morgens (Ortszeit), teilten die örtlichen Behörden mit. Durch die Maßnahme solle das Risiko für Menschen und Eigentum minimiert werden.

Zuvor hatte es Berichte über Schüsse und Plünderungen gegeben. Die französische Regierung entsandte bereits zusätzliche Polizisten nach Saint-Martin.

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Die Kleinen Antillen wurden von "Irma" schwer getroffen.

Zweithöchste Kategorie

Nach offiziellen Angaben sind derzeit etwa 1100 Zivilisten und Soldaten mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Sie würden auch eingesetzt, um die Bewohner vor dem nahenden Hurrikan "Jose" in Sicherheit zu bringen. Der Wirbelsturm wird zurzeit in der zweithöchsten Kategorie 4 geführt und gilt somit als sehr gefährlich.

Das Zentrum des Hurrikans wird nach Berechnungen von Meteorologen nahe an der Insel vorbeiziehen. Über Sint Maarten, dem niederländischen Teil Saint-Martins, warfen niederländische Soldaten aus einem Hubschrauber Flugblätter ab. Darin wurden die Bewohner aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.

"Zu 95 Prozent zerstört"

Die zwischen den Niederlanden und Frankreich geteilte Karibikinsel wurde bereits von "Irma" schwer getroffen. Der französische Teil sei "zu 95 Prozent zerstört", sagte der Präsident des Territorialrats von Saint-Martin, Daniel Gibbs. Saint-Martin und die Nachbarinsel Saint-Barthélémy, die auch St. Barths genannt wird, wurden zum Katastrophengebiet erklärt. Auf den beiden Inseln wurden durch "Irma" mindestens neun Menschen getötet.

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Hurrikan "Irma" hinterlässt Spur der Verwüstung in der Karibik

Zerstörte Häuser auf Saint Martin

So lang war noch kein Hurrikan so stark: Zwar wurde "Irma" nun auf Stärke 4 herabgestuft, doch zuvor war er der längste beobachtete Wirbelsturm mit Stärke 5. Schon am Mittwoch fegte er mit dieser Intensität über die nördlichen Antillen hinweg. | Bildquelle: REUTERS

Nach Einschätzung der niederländischen Regierung sind in Sint Maarten 70 Prozent aller Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Viele der 40.000 Bewohner müssten deshalb in Notunterkünften ausharren, sagte der niederländische Innenminister Ronald Plasterk. Ministerpräsident Mark Rutte sagte, die Lage in Sint Marteen sei trostlos. Vielerorts sei es zu Plünderungen gekommen. 230 Polizisten und Soldaten versuchten, für Ordnung zu sorgen, 200 weitere sollen in den nächsten Tagen dazukommen.

Hurrikan "Jose" ist nah

Der staatliche französische Rückversicherer CCR schätzte das Ausmaß der versicherten Schäden auf den beiden Inseln auf rund 1,2 Milliarden Euro. Nun droht weiteres Unheil: Hurrikan "José" könnte dem US-Wetterdienst zufolge in der Nacht auf Sonntag die Inselregion treffen.

Von der Insel Barbuda, auf der nach dem Durchzug von "Irma" kaum noch ein Haus steht, wurden die Bewohner mit Fähren und Fischerbooten vorsorglich auf die größere Insel Antigua gebracht. Dort wurde die Warnung vor einem Hurrikan "Jose" zwar aufgehoben, für einen Tropensturm aber aufrecht erhalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. September 2017 um 14:00 Uhr.

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