Kardinal Gerhard Ludwig Müller | Bildquelle: AP

Nach Entlassung Kardinal Müller kritisiert Papst scharf

Stand: 05.07.2017 20:53 Uhr

Nach seiner Entlassung als Präfekt der Glaubenskongregation hat Kardinal Müller den Papst für dessen Vorgehensweise scharf kritisiert und ihm einen schlechten Stil vorgeworfen. An seiner Loyalität zum Kirchenoberhaupt ändere das aber nichts.

Der deutsche Kardinal Gerhard Müller hat die Art seiner Entlassung durch Papst Franziskus vor wenigen Tagen scharf kritisiert. Der Papst habe ihm am letzten Arbeitstag seiner fünfjährigen Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation "innerhalb einer Minute seine Entscheidung mitgeteilt", das Mandat nicht zu verlängern, sagte Müller der "Passauer Neuen Presse". "Diesen Stil kann ich nicht akzeptieren", fügte Müller hinzu.

Trotz seiner Kritik an der Vorgehensweise des Papstes will Müller loyal zu Papst Franziskus stehen. "Ich werde darauf nicht mit irgendwelchen Aktionen antworten. Manche denken ja, sie könnten mich vor den Karren einer papstkritischen Bewegung spannen", sagte Müller. Er habe aber als Kardinal "weiterhin die Verantwortung, für die Einheit der Kirche zu sorgen und Polarisierungen so weit wie möglich zu verhindern".

Spanier Ferrer wird Nachfolger

Luis Francisco Ladaria Ferrer | Bildquelle: dpa
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Neuer Chef der Glaubenskongregation wird der Spanier Luis Francisco Ladaria Ferrer.

Der Vatikan hatte am Samstag mitgeteilt, dass Müllers fünfjährige Amtszeit als Chef der mächtigen Glaubenskongregation im Vatikan nicht verlängert wird. Gründe wurden nicht genannt. Neuer Chef der Glaubenskongregation und damit die inoffizielle Nummer zwei in der katholischen Kirchenhierarchie wird der Spanier Luis Francisco Ladaria Ferrer.

Zwischen Müller und Papst Franziskus hatte es Unstimmigkeiten in zentralen theologischen Fragen gegeben, beispielsweise über den Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen. Umstritten war auch Müllers Rolle bei der Aufklärung der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche. Kritiker werfen der Glaubenskongregation vor, diese behindert zu haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juli 2017 um 21:00 Uhr in den Nachrichten.

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