Hochwasser in Gatineau, Kanada. | Bildquelle: REUTERS

Überschwemmungen in Kanada Hunderte Häuser unter Wasser

Stand: 09.05.2017 00:59 Uhr

Im Osten Kanadas fürchten Hunderte Menschen um ihre Wohnungen und Häuser: Mehr als 120 Gemeinden sind derzeit von schweren Überschwemmungen betroffen. Freiwillige und die Armee versuchen zu helfen - doch das Wasser droht noch weiter zu steigen.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Guy Lantegiene steht an einem Erdwall - auf der einen Seite liegt sein Haus. Auf der anderen Seite steht das Wasser. "Ganz ehrlich, all die Freiwilligen zu sehen, das ist unglaublich. Sie helfen, mein Haus zu retten. Sonst wäre es schon verschwunden. Ich bin gerade in Rente gegangen. Mein ganzes Leben habe ich für dieses Haus gearbeitet. Das ist alles was ich habe", sagt Guy.

Das Haus steht in Gatineau in der kanadischen Provinz Quebec am Ottawa River, nördlich der gleichnamigen Hauptstadt. In Gatineau sind Straßen auch noch einen halben Kilometer vom Fluss entfernt geflutet und bestenfalls mit dem Kanu passierbar, wie CTV-Reporter Michel Boyer beschreibt. Er spricht von einer historischen Überschwemmung. Bislang habe es so etwas in der Region nicht gegeben.

Schwere Überschwemmungen im Osten Kanadas
tagesschau 20:00 Uhr, 09.05.2017, Markus Schmidt. ARD New York

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Flut von historischem Ausmaß

Das historische Ausmaß der Katastrophe aber bedeutet für Guy Lantegiene natürlich keinen Trost. Ihm fehlten die Worte, seinen Schmerz zu beschreiben, sagt er.

Die Armee unterstützt mit rund 1600 Soldaten die Rettungsarbeiten. Sie verteilen Sandsäcke, reparieren Dämme. Kanadas Premier Justin Trudeau hat einen Tweet des Militärs aufgegriffen.

Justin Trudeau @JustinTrudeau
Friends & neighbours, civilians & soldiers coming together to help those affected by floods. Inspiring to see it in Terrasse-Vaudreuil, QC. https://t.co/BbvAKS8yX2

Notstand in mehreren Städten ausgerufen

Luftaufnahmen aus einem Hubschrauber zeigen das Ausmaß der Überflutung. Weitere Soldaten sind laut Trudeau unterwegs, um Hilfe zu leisten. Guy Lantegiene aber reicht das nicht: "Wir brauchen Leute! Sie müssen uns mit Sandsäcken helfen. Hier sind doch alles Freiwillige. Die Armee - keine Ahnung, wo die steckt."

150 Kilometer östlich von Gatineau liegt das 7500 -Einwohner-Örtchen Rigaud. Dort ist das Bild ähnlich verheerend. Bürgermeister Hans Gruenwald hat den Notstand für seine Stadt ausgerufen, die ebenfalls direkt am Ottawa River liegt.

Auch für die Großstadt Montreal gilt der Notstand. Dort steht Bürgermeister Denis Coderre in leuchtend-oranger Warnweste vor einem Feuerwehrwagen. Er erklärt, noch mindestens bis zum kommenden Wochenende werde der Notstand gelten. So sei man am besten auf alles vorbereitet.

Helfer in den überfluteten Gebieten Kanadas werden auf einer Baggerschaufel durch die Fluten gefahren. | Bildquelle: dpa
galerie

Retten, was zu retten ist: Viele Anwohner müssen ihre Wohnungen oder Häuser wegen der Flut verlassen.

Aufräumarbeiten noch lange nicht möglich

Dauerregen und durch die Schneeschmelze übervolle Flüsse haben besonders in Gebieten nördlich von Kanadas Hauptstadt Ottawa zu der Flutkatastrophe geführt. Der Provinz Quebec wurde nun eine halbe Million kanadischer Dollar an Hilfe zugesagt. Rund 2500 Wohnungen sind bereits durch Wassermassen beschädigt worden. Fraglich also, wie lange das Geld reichen wird.

Noch hat die Flut ihren Scheitelpunkt nicht erreicht, womöglich passiert das sogar erst zur Wochenmitte. Erst viel später werden die Aufräumarbeiten beginnen können. Bis dahin gilt es, weiter gegen das Wasser zu kämpfen - und zu hoffen, was aber auch der Einwohnerin Geannine Lendry inzwischen hörbar schwer fällt: "Wir sind machtlos. Wir können nur abwarten. Wir sind verzweifelt. Wenn das Wasser steigt und steigt und steigt -dann ist das Haus verloren, und wir haben kein Zuhause mehr."

Kanada erwartet Wasserhöchststände durch Überflutungen
K. Clement, ARD New York, zzt. Kanada
08.05.2017 23:42 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Mai 2017 um 09:00 Uhr und 12:00 Uhr.

Darstellung: