Militärfahrzeug der irakischen Armee beim Vormarsch auf Mossul. | Bildquelle: REUTERS

Kampf gegen den IS im Irak Erfolge in Kirkuk und Mossul

Stand: 22.10.2016 16:13 Uhr

Die irakische Armee hat im Kampf gegen den IS offenbar weitere Erfolge erzielt. Es gelang ihr, volle Kontrolle über die Ölstadt Kirkuk zurückzuerlangen. Und auch der Vormarsch auf Mossul macht Fortschritte.

Die irakische Armee ist in ihrem Kampf gegen den "Islamischen Staat" auf Mossul vorgerückt. Nach eigenen Angaben gelang es ihr, bis auf fünf Kilometer an die IS-Hochburg heranzukommen. Auf ihrem Weg nahm sie weitere Orte ein, unter anderem Karakosch. Von dort war die christliche Bevölkerung vor zwei Jahren vom IS vertrieben worden.

Einen Erfolg meldet die Armee auch aus Kirkuk. Es gelang den Sicherheitskräften Medienberichten zufolge einen Angriff des "Islamischen Staates" zurückzuschlagen. Mehrere Selbstmordattentäter hatten gestern öffentliche Gebäude im Zentrum Kirkuks angegriffen, darunter das Polizeihauptquartier. Auch Kontrollpunkte und Sicherheitspatrouillen in der Stadt wurden attackiert. Stundenlang waren Schüsse und Explosionen zu hören. Örtliche Fernsehsender berichteten live über Straßenkämpfe in mehreren Stadtvierteln.

Carter im Irak

Beobachter werteten den Angriff in Kirkuk als Versuch des IS, die Kämpfe in die Gebiete seiner Gegner zu tragen. Denn derzeit konzentriert sich der Krieg im Irak auf die IS-Hochburg Mossul. Dort starteten die irakische Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer zu Wochenbeginn eine Großoffensive, um die seit 2014 vom IS kontrollierte Stadt zurückzuerobern.

US-Verteidigungsminister Carter ist in der Hauptstadt Bagdad eingetroffen. | Bildquelle: AP
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US-Verteidigungsminister Carter will sich in der irakischen Hauptstadt Bagdad informieren.

Am Morgen traf US-Verteidigungsminister Ashton Carter im Irak ein, um sich über die laufende Großoffensive zu informieren. Eine von den USA geführte internationale Allianz unterstützt mit Luftangriffen die irakische Armee. Ein Thema seiner Gespräche in der irakischen Hauptstadt Bagdad wird voraussichtlich die mögliche Beteiligung der Türkei an der Offensive auf Mossul sein. Vor kurzem hatte Carter angekündigt, es gebe eine grundsätzliche Einigung in dieser Frage. Der Konflikt zwischen der Türkei und dem Irak darüber könne gelöst werden. Die Türkei beharrt darauf, bei dem Einsatz mitzumachen. Das lehnt der Irak ab. Er forderte die Regierung Ankara bereits mehrmals auf, die nördlich von Mossul stationierten türkischen Truppen abzuziehen.

AWACS-Einsatz soll nächste Woche beginnen

Unterdessen wurde bekannt, dass die NATO den beschlossenen Einsatz von AWACS-Aufklärungsflugzeugen zur Unterstützung des Kampfes gegen den IS im Irak und in Syrien bereits kommende Woche starten will. Dabei solle zunächst nur eine Maschine eingesetzt werden, die vom südtürkischen Stützpunkt Konya starten solle, berichtete die "Welt am Sonntag". Die Bündnispläne sehen vor, dass die mit moderner Radar- und Kommunikationstechnik ausgestatteten Flugzeuge den Luftraum über Syrien und dem Irak überwachen. Als fliegende Kommandozentralen zur Steuerung von Luftangriffen sollen sie zunächst allerdings nicht eingesetzt werden dürfen.

Die Bundeswehr spielt eine wichtige Rolle beim Einsatz der AWACS-Maschinen, allerdings nicht von Beginn an. Denn noch steht die Zustimmung des Bundestags zur Ausweitung des Mandats aus. Mit der Entscheidung des Parlaments wird im November gerechnet.

34 Millionen Euro humanitäre Soforthilfe

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller kündigte an, dass Deutschland zusätzlich 34 Millionen Euro als Soforthilfe für die Versorgung von Flüchtlingen im Nordirak zur Verfügung stelle. Es sei mit bis zu einer Million Menschen zu rechnen, die aus Mossul fliehen könnten. "Wir müssen uns auf monatelange Stellungskämpfe einrichten, und vor allem die Türkei dürfte wieder einen enormen Flüchtlingszustrom erleben", sagte Müller der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Oktober 2016 um 17:00 Uhr.

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