Boko-Haram-Symbole in Damasek | Bildquelle: REUTERS

Anschläge in Kamerun Mehr als 30 Tote nach Explosionen

Stand: 26.01.2016 07:34 Uhr

Bei einem Anschlag im Norden Kameruns sind mindestens 32 Menschen getötet worden. Die kamerunische Armee beschuldigt die nigerianische Terrormiliz Boko Haram. Statt Sprengstoffgürtel zu tragen, versteckten die Angreifer ihre Bomben angeblich in Gemüsesäcken.

Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen im Norden Kameruns sind nach Behördenangaben mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 86 Menschen wurden verletzt. Eine Gruppe von Angreifern hatte Sprengsätze in dem Dorf Bodo nahe der nigerianischen Grenze gezündet. Zwei Bomben explodierten auf einem Marktplatz, die dritte Detonation erfolgte der Nachrichtenagentur dpa zufolge auf einer Brücke in der Nähe eines Militärlagers.

Die Verletzten wurden in das nahe gelegene Krankenhaus in Kousseri gebracht, wie der Governeur der Region Extrême-Nord, Midjiyawa Bakari, mitteilte. Der Nachrichtenagentur AP sagte er zudem, dass er Informationen habe, wonach die vier Attentäter aus Nigeria stammten.

Gemüsesäcke statt Sprengstoffgürtel

Nach Angaben eines Sicherheitsbeamten setzten die Attentäter keine Sprengstoffgürtel ein. Stattdessen seien die Bomben in Gemüsesäcken versteckt gewesen. Ein Truppenkommandeur der kamerunischen Armee bestätigte den Angriff und beschuldigte die nigerianische Terrormiliz Boko Haram. Die Nachrichtenagentur Aamak, ein Sprachrohr des "Islamischen Staates" erklärte, das Ziel seien mit dem Militär in Kamerun verbündete Milizen gewesen.

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Dorf Bodo Ziel eines Selbstmordattentates ist. Ende Dezember hatten sich dort zwei Terroristen in die Luft gesprengt. Der Norden Kameruns teilt eine lange, weitgehend unkontrollierte Grenze mit Nigeria. Die Region gilt als Rückzugsraum von Boko Haram.

Mehr Anschläge nahe der Grenze zu Kamerun

Boko Haram versteht sich als Teil des Terrornetzwerks "Islamischer Staat" und will nach eigenen Angaben einen Gottesstaat im Norden Nigerias errichten. Die Gruppe ist für den Tod Zehntausender Menschen in Nigeria und den Nachbarländern verantwortlich. In den vergangenen Monaten hatten Soldaten und regionale Milizen die Gruppe aus den besetzten Gebieten nahe der nigerianischen Grenze zurückgedrängt.

Seit die kamerunische Armee als Teil einer afrikanischen Eingreiftruppe in Nigeria gegen die Terroristen kämpft, hat die Zahl der Angriffe auf Ziele in Kamerun zugenommen. Erst vor knapp zwei Wochen riss ein Selbstmordattentäter beim Angriff auf eine Moschee im Norden Kameruns zwölf Menschen in den Tod. Nach Schätzungen der UN und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International sins seit Beginn des Aufstandes von Boko Haram 20.000 Menschen ums Leben gekommen. Über zwei Millionen Menschen sind seitdem aus ihrer Heimat - vor allem im Nordosten Nigerias - vertrieben worden

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