Deutscher Arzt zu 15 Jahren Haft verurteilt Urteil im Kalinka-Prozess bestätigt

Stand: 20.12.2012 15:25 Uhr

30 Jahre nach dem Tod der damals 14-jährigen Kalinka ist der deutsche Arzt Dieter K. von einem französischen Gericht zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht sprach den 77-Jährigen für schuldig. Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass K. seiner Stieftochter 1982 in Lindau am Bodensee ein Schlafmittel verabreichte, um das Mädchen zu vergewaltigen, woraufhin Kalinka erstickt sei.

Gerichtszeichnung von dem deutschen Arzt Dieter K. | Bildquelle: AFP
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Erst durch eine Entführung vor Gericht gebracht: der Kardiologe Dieter K.

K. hatte in dem Verfahren bis zuletzt seine Unschuld beteuert: "Ich schwöre bei Gott: Ich habe Kalinka weder vergewaltigt noch getötet", sagte er im Prozess. Er sei "hundert Prozent unschuldig".

Verfahren in Deutschland wurde eingestellt

Nachdem die Ermittlungen gegen ihn in Deutschland 1987 in letzter Instanz eingestellt worden waren, ohne das es zu einer Anklageerhebung kam, hatte der leibliche Vater des Mädchens den Kardiologen im Herbst 2009 aus seinem Wohnort in Bayern in das französische Mülhausen verschleppen lassen. Ein Pariser Gericht verurteilte K. daraufhin wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu 15 Jahren Haft. Mit dem heutigen Urteil wurde der Richterspruch bestätigt.

Der Verteidiger von K. hatten dem Verfahren jede Legitimität abgesprochen, weil die Ermittlungen in Deutschland gegen seinen Mandanten per Gerichtsbeschluss eingestellt worden waren. K. sei in Frankreich nur in Haft, weil er verschleppt worden sei. Das Gericht hielt den Prozess jedoch für rechtmäßig.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Dezember 2012 um 16:30 Uhr.

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