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Gewalt zwischen Mursi-Anhängern und -Gegnern
Tote bei Straßenschlachten in Kairo
Bei Krawallen zwischen Anhängern und Gegnern des ägyptischen Präsident Mohammed Mursi in Kairo hat es offenbar Tote gegeben. Laut Berichten von Sanitätern und Medien kamen mindestens drei Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.
Anhänger der Muslimbruderschaft, der auch Mursi angehört, und liberale Demonstranten lieferten sich vor dem Präsidentenpalast Straßenschlachten. Mursi-Gegner warfen Brandsätze auf eine Gruppe von Islamisten, die zuvor den Platz vor dem Präsidentenpalast gestürmt hatte. Die beiden Lager gingen mit Steinen und Stöcken aufeinander los.
Islamisten feiern "Sieg" über Liberale
Die Islamisten, die in Sprechchören ihre Unterstützung für Mursi bekundeten, feierten nach der Massenschlägerei ihren "Sieg" über die liberalen Demonstranten.
Die Islamisten wollen ihr umstrittenes Verfassungsreferendum Mitte Dezember über die Bühne bringen - koste es, was es wolle. Vizepräsident Mahmud Mekki sagte: "Der Termin für das Referendum am 15. Dezember steht fest und wird nicht verschoben." Die Mursi-Gegner befürchten, dass der Präsident und die Muslimbrüder aus dem Land einen islamischen Gottesstaat machen.
Am Dienstag hatten Zehntausende Menschen gegen Mursi, seine Macht-Dekrete und den neuen Verfassungsentwurf demonstriert. Auch dabei kam es zu Auseinandersetzungen. Mehrere Menschen wurden verletzt.
Erneut heftige Straßenkämpfe zwischen Anhängern und Gegnern Mursis
tagesthemen 22:15 Uhr, 05.12.2012, Alexander Stenzel, ARD Kairo
Rücktritt von drei Mursi-Beratern
Drei wichtige Berater des Präsidenten traten unterdessen zurück. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Mena berichtete, handelte es sich um die Mitglieder seines Beraterstabs Amr al Leithi, Seif Abdel Fatah und Aiman al Sajed. Angaben zu den Gründen für ihren Rückzug machte die staatliche Agentur nicht. Der Politologe Fatah verkündete seinen Rücktritt am Abend in einem tränenreichen Interview mit dem TV-Sender Al Dschasira live. Er erklärte, die komplette Elite des Landes sei eigennützig und habe nicht die Interessen der Bevölkerung im Blick.
Clinton: Dialog muss auf Wechselseitigkeit beruhen
US-Außenministerin Hillary Clinton mahnte die ägyptische Regierung und die Opposition zum Dialog. Die jüngsten Unruhen zeigten die Notwendigkeit hierfür auf, sagte sie auf einem NATO-Treffen. Allerdings müsse ein Dialog auf Wechselseitigkeit beruhen und nicht darauf, dass die Regierung ihre Standpunkte durchsetze.
Stand: 05.12.2012 21:18 Uhr
