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Malische Soldaten

Gefechte gegen Islamisten in Mali

Die Kämpfe sind heftiger als gedacht

In Malis Hauptstadt Bamako treffen nach und nach die westafrikanischen ECOWAS-Truppen ein. Sie sollen beim Kampf gegen die Islamisten helfen. Dieser ist zwar erfolgreich - aber auch härter als erwartet. Im Laufe des Tages sollen auch die deutschen Transall-Maschinen eintreffen.

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Nordwestafrika

"Wir werden Seite an Seite kämpfen - und wir werden gewinnen!" So schwört Malis Übergangspräsident Dioncounda Traoré die afrikanischen Truppen ein, die nach und nach am Flughafen der Hauptstadt Bamako eintreffen.

Die Eingreiftruppe der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS soll 3300 Mann stark sein - Soldaten aus Togo, Burkina Faso, Nigeria und anderen Nachbarstaaten sollen Malis Armee und die französischen Truppen unterstützen.

Peter Schreiber (ARD) über die Situation im Mali-Konflikt
nachtmagazin 00:15 Uhr, 19.01.2013

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Strategisch wichtige Städte zurückerobert

Hilfe können die alliierten Truppen dringend brauchen - schon allein, um die Geländegewinne zu sichern, die in den letzten Gefechten offenbar erreicht wurden. Malische Verbände, so hieß es heute im malischen Oberkommando in Bamako, hätten mit Hilfe französischer Einheiten die strategisch wichtigen Städte Diabali im Nordwesten und Konna in der Landesmitte zurückerobert.

In Konna hatte vergangene Woche alles begonnen, als die Islamisten die Stadt stürmten und Frankreichs Eingreifen provozierten. Verlässliche Informationen darüber, was bei den Gefechten derzeit wirklich passiert, gibt es nicht - Journalisten werden in die Kampfgebiete nicht vorgelassen, in der Hauptstadt gibt es keine offiziellen Lageberichte.

Augenzeugen berichten von heftigen Kämpfen

Erahnen lässt sich das Drama allerdings, wen man malischen Soldaten wie Mohamed zuhört - er war die vergangenen Tage in Konna im Einsatz: "Mann gegen Mann mussten wir gegen die Islamisten kämpfen", berichtet er. Manche von ihnen kleideten sich wie die Dorfbewohner, damit man sie nicht von den Zivilisten unterscheiden könne. Sie nähmen unschuldige Menschen als Schutzschilde.

Nigerianische ECOWAS-Soldaten in Mali
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Nigerianische Soldaten nach ihrer Ankunft auf dem Flughafen von Bamako: Am Ende soll die ECOWAS-Truppe 3300 Mann umfassen.

Eines scheint klar: Die Gegenwehr der schwer bewaffneten Islamisten ist groß - auch wenn es offenbar gelingt, sie weiter zurückzudrängen. Malis Truppen, so hört man in Bamako, sollen bisher höhere Verluste erlitten haben als erwartet. "Wir müssen hier viele Schusswunden versorgen, manche Soldaten wurden im Bauch getroffen, andere sind durch Schüsse am Kopf verletzt", schildert Dibi Diango, der Arzt im Zentralkrankenhaus von Bamako ist. Dort würden ausschließlich Schwerverletzte eingeliefert.

Doch die Bedrohung durch die Islamisten schweißt die Malier zusammen. Menschen stehen Schlange, um Blut zu spenden, sie sammeln für Angehörigen von verwundeten oder gefallenen Soldaten. Ein Arzt war vor vielen Jahren von Mali nach Kanada ausgewandert - dort hat er es nicht mehr ausgehalten. Er habe die Wahl gehabt, in Kanada zu bleiben oder zurückzukommen. "Ich bin zurückgekehrt, um für meine Heimat zu kämpfen", sagt er. "Und kämpfen muss man, wenn es dem eigenen Land schlecht geht."

Transall-Maschinen sollen heute eintreffen

Möglicherweise kommen da die zwei Transall-Maschinen der Bundeswehr genau richtig. Sie sollen heute in Bamako eintreffen, mit Sanitätsmaterial an Bord. Anschließend sollen sie für den Transport afrikanischer Mali-Truppen eingesetzt werden. Genau über diesen Einsatz berät derzeit auch die ECOWAS in Malis Nachbarland Elfenbeinküste.

Stand: 19.01.2013 12:59 Uhr

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