Schneepflug in Bosnien | Bildquelle: AP

Eisige Temperaturen in Europa Mehrere Kältetote und Glätte

Stand: 07.01.2017 13:03 Uhr

Durch die anhaltende Kälte in Europa sind bereits viele Menschen ums Leben gekommen. Vor allem im Süden und Osten gab es Negativ-Temperaturrekorde. In Deutschland sind die Straßen teilweise extrem glatt.

Das Sturmtief "Axel", das seit Wochenbeginn Sturmfluten, orkanartige Böen und Schneeverwehungen gebracht hatte, löst inzwischen im Süden und Osten Europas, aber auch in Deutschland Chaos und Probleme aus.

Flüchtlinge in Bulgarien erfroren

An der bulgarisch-türkischen Grenze erfroren zwei weitere Flüchtlinge. In einem Wald im verschneiten Gebirgsmassiv Strandzha im Südosten Bulgariens fanden Dorfbewohner am Freitag die Leichen von zwei Irakern, wie die Polizei in der Regionalhauptstadt Burgas mitteilte. Die beiden Männer seien 28 und 35 Jahre alt gewesen. Am Montag war in der gleichen Gegend eine somalische Frau tot aufgefunden worden.

Das Strandzha-Massiv ist der einzige Teil der Grenze, der nicht durch Stacheldrahtzäune abgeriegelt wurde. Die Grenzzäune waren 2015 wegen des massiven Andrangs von Flüchtlingen, insbesondere aus dem Bürgerkriegsland Syrien, errichtet worden.

Winterlandschaft in Warschau | Bildquelle: AP
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Auch in Warschau gab es zweistellige Minusgrade.

Sieben Menschen in Polen gestorben

In Polen sind seit Freitag sieben Menschen an den Folgen der Kältewelle gestorben. Damit stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf 53. Der Frost stellt vor allem für Obdachlose eine Gefahr dar. Polnische Behörden warnten aber auch vor dem Heizen mit veralteten Öfen und Ventilationssystemen: Seit Beginn der kalten Jahreszeit starben in dem Land 24 Menschen an Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Sie hatten unter anderem giftige Gase aus Kohleöfen eingeatmet.

Auch Italien und Griechenland betroffen

In Italien lag Schnee in sonst selten von Flocken berührten Regionen - selbst in Neapel schneite es. In Kampanien kamen zwei Obdachlose bei eisigen Temperaturen ums Leben. Der Wetterdienst Meteo.it teilte mit, die Temperaturen könnten in einigen Gegenden so tief sinken wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr.

Klirrende Kälte und Schneefall machen auch den Menschen rund um die Ägäis das Leben schwer. In Nordgriechenland herrscht seit Freitag Dauerfrost. Die Thermometer in der Hafenstadt Thessaloniki zeigten am Samstag minus sieben Grad Celsius. Zahlreiche Landstraßen waren nur mit Schneeketten befahrbar, wie die Polizei mitteilte.

Auch im Zentrum Athens herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt. In den Provinzen Epirus, Mazedonien und Thrakien wurden Werte um die minus 14 Grad gemessen. Ungewöhnlich stark schneite es auf den nördlichen Ägäisinseln und den Sporaden, wie das Staatsfernsehen berichtete. Die Städte haben beheizte Hallen und U-Bahn-Stationen geöffnet, damit keine Obdachlosen erfrieren. Wärmer soll es erst Mitte der kommenden Woche werden.

Verkehrsprobleme in Istanbul

Schnee in Istanbul | Bildquelle: AFP
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In Istanbul kam der Verkehr durch die Kälte weitgehend zum Erliegen.

Wegen heftiger Schneestürme in der türkischen Millionenmetropole Istanbul ist der Bosporus für den Schiffsverkehr gesperrt worden. Die Sichtweite auf der Meerenge zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer sei zeitweise unter 100 Meter gefallen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Küstenschutzbehörde habe die Sperre auf einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt verhängt. Auch die Bosporusfähren zwischen der europäischen und der asiatischen Seite Istanbuls stellten den Verkehr ein. Hunderte Flüge wurden gestrichen. Anadolu berichtete, stellenweise seien in Istanbul über Nacht bis zu 40 Zentimeter Schnee gefallen. Der Gouverneur von Istanbul richtete ein Krisenzentrum ein.

Schneesturm an US-Westküste

Nach einer Reihe von extrem trockenen Wintern wird die Westküste der USA von starken Regenfällen und Schneestürmen heimgesucht. Ein schwerer Wintersturm brachte der kalifornischen Sierra-Nevada-Bergkette in den vergangenen Tagen stellenweise mehr als zwei Meter Schnee. Für das Wochenende sagten die Meteorologen heftigen Regen voraus, die Behörden warnten vor möglichen Überschwemmungen. Der Yosemite-Nationalpark kündigte an, den Tal-Zugang zu dem beliebten Ausflugsziel in der Sierra Nevada vorsichtshalber zu schließen.

Unwetterwarnung für Deutschland

Das Hoch "Angelika" sorgt in Deutschland vielerorts weiter für klassisches Winterwetter. Im Norden und Westen Deutschlands ist große Vorsicht geboten auf den Straßen - dort drohen Schnee und örtlich Glatteis durch überfrierende Nässe.

In der Nacht zu Freitag waren die Temperaturen auf den bisher tiefsten Stand des Winters gefallen. Die Skigebiete erwarten einen Ansturm. Im Tagesverlauf soll es in der Mitte und im Süden Deutschlands schneien, im Westen und Nordwesten gibt es bei milderen Temperaturen eher Regen. Auf den gefrorenen Böden könnte sich dort Glatteis bilden. In den Hochlagen der bayerischen Alpen herrschte weiter erhebliche Lawinengefahr.

Ein Mann räumt Schnee im rumänischen Pietrosani | Bildquelle: AP
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Vor allem in Rumänien - wie hier in Pietrosani - gab es heftige Schneefälle...

Schneefall in Istanbul | Bildquelle: dpa
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...Schnee fiel aber auch deutlich weiter südlich in Istanbul.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Januar 2017 um 12:55 Uhr.

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