Mit einer Schnee- und Eisschicht überzogene Laterne in Hessen. | Bildquelle: REUTERS

Wintereinbruch in Europa Mehrere Tote wegen extremer Kälte

Stand: 06.01.2017 21:31 Uhr

Temperaturen unter minus 20 Grad - dazu heftiger Schneefall und Sturm: Der Winter ist in weiten Teilen Europas derzeit eisig. Vor allem in osteuropäischen Ländern erfroren mehrere Menschen. Gefährdet sind vor allem Obdachlose.

In Folge der extremen Kälte sind in Europa mehrere Menschen ums Leben gekommen. Allein die Behörden Lettlands meldeten elf Kältetote seit Silvester, viele von ihnen seien obdachlos gewesen. In Polen erfroren seit Donnerstag mindestens drei Menschen, zwei erstickten wegen defekter Heizungen an Kohlenmonoxid. In der westukrainischen Region Lwiw starben vier Menschen an den Folgen der Kälte. Aus Italien werden zwei Kältetote gemeldet. Auch bei ihnen handelt es sich um Obdachlose.

Minusrekorde im Süden Deutschlands

Aus deutschen Städten gibt es bislang keine Berichte über Kältetote. In Deutschland sanken die Temperaturen in der Nacht zu Freitag vor allem im Süden auf die bisher tiefsten Werte des Winters. Zwischen Fränkischer Schweiz und Oberpfalz seien vielfach Minusrekorde gemessen worden, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Teilweise wurden Werte von weniger als minus 20 Grad gemessen.

Autos im Schnee stecken geblieben

Die Kälte hat weite Teile Europas im Griff - von Skandinavien bis zum östlichen Mittelmeer. In Serbien türmte der Wind den Schnee bis zu zwei Meter hoch. In Rumänien blieben zahlreiche Autos im Schnee stecken. Rettungskräfte holten 90 Menschen aus liegen gebliebenen Fahrzeugen.

In Bulgarien schnitt der Schneesturm die Stromversorgung für rund 650 Dörfer ab. Im Norden Albaniens arbeiteten sich die Rettungsdienste durch bis zu 120 Zentimeter hohen Schnee in abgeschnittene Dörfer vor. Auch der Strom fiel vielerorts aus. In der Adria wütete der Sturm mit Spitzengeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern. Kroatien stoppte den Fährverkehr zu einigen Inseln. Auch Brücken wurden gesperrt.

Ein Mann räumt Schnee im rumänischen Pietrosani | Bildquelle: AP
galerie

Vor allem in Rumänien - wie hier in Pietrosani - gab es heftige Schneefälle...

Schneefall in Istanbul | Bildquelle: dpa
galerie

...Schnee fiel aber auch deutlich weiter südlich in Istanbul.

Schnee selbst in Neapel und Istanbul

Der Sturm traf in Italien unter anderem die im Sommer von einem Erdbeben verwüsteten Gegenden. Auf Sizilien und in Neapel mussten Fähren im Hafen bleiben. In der Stadt am Vesuv schneite es zum ersten Mal seit langer Zeit wieder. Züge fielen aus, Straßen wurden gesperrt.

Auch in der Türkei ist es ungewöhnlich kalt. Am Istanbuler Atatürk-Airport - dem größten Flughafen der Türkei - fielen nach einem Schneesturm etliche Flüge aus.

Über dieses Thema berichtete Brisant am 06. Januar 2017 um 17:15 Uhr und die tagesschau am 07. Januar 2017 um 12:00 Uhr.

Darstellung: