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Eine pakistanische Terrororganisation hat sich zu dem Bombenanschlag auf schiitische Gläubige in der afghanischen Hauptstadt Kabul bekannt. Das sagte ein Sprecher der Organisation Lashkar e-Jhangvi al-Alami der Nachrichtenagentur dpa im pakistanischen Peschawar.
Die sunnitische Terrorgruppe wurde in der Vergangenheit für Dutzende Anschläge auf Schiiten in Pakistan verantwortlich gemacht. Übergriffe auf das Nachbarland Afghanistan waren bislang nicht bekannt. Etwa sechs Millionen der 30 Millionen Afghanen sind Schiiten.
Die Taliban hatten sich unmittelbar nach der Attacke distanziert. Ein Sprecher nannte sie "unmenschlich und unislamisch".
Bei dem Anschlag waren während des schiitischen Aschura-Festes fast 60 Menschen getötet worden. Der Selbstmordattentäter sprengte sich vor einem wichtigen schiitischen Heiligtum in der Nähe des Präsidentenpalastes in die Luft, wo sich Hunderte Gläubige zu einer Prozession zum Höhepunkt des Festes versammelt hatten. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mindestens 58 Menschen getötet und 134 Menschen verletzt. Es war der schlimmste Anschlag in Kabul seit einem Anschlag auf die indische Botschaft im Juli 2008.
Bei einem weiteren Anschlag vor einem Schiiten-Heiligtum im Stadtzentrum von Masar-i-Scharif wurden nach Polizeiangaben mindestens vier Menschen getötet und vier weitere verletzt.
Die Anschläge in Kabul sowie im nordafghanischen Masar-i-Scharif ereigneten sich einen Tag nach der Bonner Afghanistan-Konferenz, bei der zehn Jahre nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban über die Zukunft des Landes beraten wurde.
Staatspräsident Hamid Karsai sagte nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin, erstmals in der jüngeren Geschichte seines Landes sei an einem wichtigen religiösen Feiertag eine solche Gewalttat verübt worden. Merkel sprach Karsai ihr Beileid aus und sicherte ihm weitere Hilfe zu.
Die Vereinten Nationen verurteilten die Tat. Der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf, US-General John Allen, nannte die Attacke an einem der heiligsten Tage im islamischen Kalender einen Angriff auf den Islam.
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