Bewaffnete Sicherheitskräfte riegeln den Bereich um das Intercontinental-Hotel in Kabul ab, im Hintergrund sieht man das noch qualmende Gebäude. | Bildquelle: AFP

Intercontinental in Kabul Taliban bekennen sich zu tödlichem Angriff

Stand: 21.01.2018 15:46 Uhr

Nach dem Angriff auf das Luxushotel Intercontinental im afghanischen Kabul haben sich die Taliban zu der Tat bekannt. 14 Ausländer und vier Afghanen seien getötet worden, so das afghanische Innenministerium.

Die radikalislamischen Taliban haben sich zu dem Angriff auf das Luxushotel Intercontinental in der afghanischen Hauptstadt Kabul bekannt. Ihre "heiligen Krieger" hätten "Dutzende ausländische und afghanische Feinde" getötet, hieß es in einer E-Mail der Gruppierung.

Nach offiziellen Angaben des afghanischen Innenministeriums wurden 14 Ausländer und vier Afghanen getötet. Aus welchen Ländern die Ausländer stammten, ist noch unklar. Elf von ihnen waren den Angaben zufolge aber Angestellte der privaten Fluggesellschaft KamAir. Das ukrainische Außenministerium bestätigte, dass zumindest ein Ukrainer unter den Toten ist.

Wie das Inneministerium weiter mitteilte, konnten mehr als 150 Menschen gerettet werden, darunter auch mehr als 40 Hotelgäste aus dem Ausland. Der afghanische TV-Sender Tolo geht davon aus, dass die Opferzahlen höher liegen. Er sprach von bis zu 40 Opfern.

Angriff der Taliban auf Hotel in Kabul
tagesschau 20:00 Uhr, 21.01.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Handgranaten und Geiselnahmen

Erst nach 17 Stunden gelang es afghanischen Sicherheitskräften, die Kontrolle über das sechsstöckige Hotel Intercontinental wiederzugewinnen. Teile des Gebäudes brannten aus, nachdem die Angreifer Feuer gelegt hatten.

Auch die Zahl der Angreifer stand lange nicht genau fest: Nachdem die Sicherheitskräfte alle Stockwerke des Gebäudes gesichert hatten, meldete das Innenministerium vier mutmaßliche Täter - alle seien getötet worden. Die Angreifer gelangten offenbar durch die Küche in das Hotel. Sie schossen mit Maschinengewehren auf Gäste, warfen Handgranaten und steckten Teile des Hotels in Brand.

Hotel Intercontinental in Kabul | Karte vergrößern

"Ein Zeichen von Schwäche"

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani verurteilte den Anschlag und kündigte eine Untersuchung an. Es ist ein Zeichen für die Schwäche der afghanischen Regierung, dass die Attentäter in das hochbewachte Hotel eindringen konnten. Auch die Bundesregierung verurteilte die Attacke und sicherte der afghanischen Regierung Unterstützung zu.

Zum Zeitpunkt des Angriffs feierten Gäste in dem Hotel eine Hochzeit. Außerdem hatte in dem Haus eine Konferenz afghanischer Computerexperten stattgefunden. Rund 100 Menschen hätten teilgenommen, darunter Regierungsbeamte, berichtete der Sender 1TV.

Hohe Zahl von Anschlägen

Vor der Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan war das Haus auch bei internationalen Gästen sehr beliebt. Ihre Zahl hat aber abgenommen, weil das Hotel nicht mehr zu den sichersten Adressen zählte.

Die Szenerie weckte in Anwohnern Erinnerungen an einen ähnlichen Angriff im Jahr 2011, als neun Attentäter der Taliban das Hotel, das schwer bewacht auf einem bewaldeten Hügel liegt, angegriffen hatten. Sie hatten ungesehen mehrere Sicherheitsposten überwunden, waren dann Hotelflure auf und ab gerannt und hatten in Zimmer geschossen. Etwa ein Dutzend Gäste, Hotelangestellte und Sicherheitskräfte wurden getötet. Der Angriff konnte erst nach mehreren Stunden beendet werden.

Die Sicherheitslage in der afghanischen Hauptstadt hat sich seit Ende der NATO-Kampfmission im Dezember 2014 stark verschlechtert. 2017 gab es dort mehr als 20 schwere Anschläge der Taliban und der Terrormiliz "Islamischer Staat" mit insgesamt mehr als 500 Toten. Bei dem ersten Anschlag im neuen Jahr auf einen Sicherheitsposten in einem Wohn- und Geschäftsviertel waren Anfang Januar mindestens 20 Menschen getötet und 30 verletzt worden. Die amerikanische Botschaft und das US-Außenministerium in Washington hatten zum Ende der Woche hin über Mails und in den sozialen Medien vor möglichen Angriffen in Kabul gewarnt - unter anderem auf Hotels.

Taliban bekennen sich zu Angriff auf Hotel in Kabul
Silke Diettrich, ARD Neu-Delhi
21.01.2018 17:41 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Januar 2018 um 08:00 Uhr.

Darstellung: