Ein Soldat vor einer Moschee. | Bildquelle: REUTERS

Afghanistan Tote bei Anschlag auf Moschee in Kabul

Stand: 15.06.2017 22:09 Uhr

Bei einem Anschlag in Kabul sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Selbstmordattentäter sprengten sich offenbar am Tor einer Schiitenmoschee in die Luft. Der IS reklamierte das Attentat für sich. Unterdessen wollen die USA offenbar ihre Präsenz am Hindukusch ausbauen.

Afghanistans Hauptstadt Kabul ist erneut von einem Anschlag erschüttert worden. Mindestens sechs Menschen wurden dabei getötet, acht weitere verletzt. Das teilte Kabuls Polizeisprecher mit. Unter den Toten seien drei Zivilisten und ein Polizist. Auch die beiden Angreifer seien ums Leben gekommen. Inzwischen behauptete der "Islamische Staat" (IS), für den Angriff verantwortlich zu sein.

Zum genauen Hergang gibt es unterschiedliche Angaben: Die Kriminalpolizei teilte mit, nach ersten Erkenntnissen habe sich ein Selbstmordattentäter am Tor der Moschee in die Luft gesprengt. Ein weiterer Angreifer habe über die Küche in die Haupthalle der Moschee eindringen wollen, sei dort aber identifiziert worden und habe angefangen, um sich zu schießen. Daraufhin sei er getötet worden. Nach einer Beschreibung des Innenministeriums hat der Selbstmordattentäter sich in der Küche in die Luft gesprengt.

Anschlag in Kabul
tagesschau 08:00 Uhr, 16.06.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Opfer sind Schiiten

Die Moschee steht im Schiiten-Viertel Dascht-e-Bartschi im Westen von Kabul, das mehrheitlich von Hasaras bewohnt wird, einer ethnischen Minderheit der Schiiten. Es wird vermutet, dass die Moschee besonders voll war, weil der 21. Tag des Fastenmonats Ramadan für sie ein besonderer Feiertag ist.

Verantwortung für einen Anschlag auf eine schiitische Moschee übernommen, bei dem 30 Menschen getötet wurden. Ebenso auf einen Anschlag auf eine schiitische Demonstration vor fast einem Jahr, mit 80 Toten.

Dies war bereits der neunte große Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Beginn des Jahres. Hunderte Zivilisten wurden seitdem getötet und verletzt. Allein bei der Explosion einer Lkw-Bombe vor der deutschen Botschaft in Kabul vor rund zwei Wochen hatte es mehr als 150 Tote gegeben.

USA wollen Präsenz am Hindukusch verstärken

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" breitet sich in Afghanistan immer weiter aus. Die Höhlen von Tora Bora in der afghanischen Provinz Nangahar, wo sich einst Osama bin Laden bis zum Sturz des Taliban-Regimes versteckt hatte, sind jetzt vollständig in der Hand des IS.

Unterdessen wurde bekannt, dass die USA voraussichtlich 4000 weitere Soldaten nach Afghanistan entsenden wollen. Die offizielle Bekanntgabe durch US-Verteidigungsminister James Mattis wurde für nächste Woche angekündigt. Zur Zeit sind im Rahmen der Beratungs- und Ausbildungsmission Mission Resolute Support etwa 8400 US-Soldaten am Hindukusch im Einsatz und rund 5000 Soldaten aus anderen NATO-Staaten.

Mit Informationen von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juni 2017 u.a. um 05:30 Uhr.

Darstellung: