EU-Kommissionschef Juncker

Juncker trifft Putin in St. Petersburg Vorsichtiger Schritt der Annäherung

Stand: 16.06.2016 03:34 Uhr

EU-Kommissionschef Juncker wird heute zum Wirtschaftsforum in St. Petersburg erwartet. Dort wird er auch Russlands Präsident Putin treffen. Verhandlungen über die Sanktionen wird es nicht geben. Dennoch werten viele den Besuch als eine vorsichtige Annäherung.

Von Markus Sambale, ARD-Studio Moskau

Die zweite Juni-Hälfte gilt als schönste Zeit in Sankt Petersburg. Vor allem die Weißen Nächte sind legendär, die Sonne verschwindet nur kurz hinter dem Horizont, das sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre. Kein Zufall, dass Wladimir Putin Wirtschaftschefs und Spitzenpolitiker alljährlich zu dieser Zeit in seine Heimatstadt einlädt.

German Gref, enger Vertrauter des russischen Präsidenten und Chef der Sberbank, Russlands größter Bank, meint: "So ein Forum kann man nicht in Moskau veranstalten. Moskau ist eine unterkühlte Stadt, gut für Unternehmer. Aber um zu zeigen, wofür Russland eigentlich steht, passt Sankt Petersburg am besten. Die Stadt verbindet man mit den Weißen Nächten und seinem Kulturangebot. Das war die Idee."

Juncker zu Besuch in St. Petersburg
tagesschau 20:00 Uhr, 16.06.2016, Udo Lielischkies, ARD Moskau

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Geschäfte und Politik in schwierigen Zeiten

Doch so romantisch die Weißen Nächte sein mögen - in St. Petersburg geht es von heute an vor allem um Geschäfte und Politik in schwierigen Zeiten. Die Wirtschaftskrise hat Russland fest im Griff, und der Konflikt zwischen Moskau und dem Westen schwelt weiter. Dass EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in angespannter Lage nach Petersburg reist, sehen manche in der EU als sinnvollen Schritt der Annäherung. Andere fordern, gegenüber Russland hart zu bleiben.

Über seine Sprecherin ließ Juncker in Brüssel klarstellen: "Ich finde es sehr wichtig, dass wir wenigstens in Wirtschaftsfragen versuchen, uns auf Russland zuzubewegen. Aber ich kann versichern: Es wird keine Aufweichung der europäischen Positionen geben in Sankt Petersburg." Es gehe darum, der russischen Führung mögliche Perspektiven der weiteren Zusammenarbeit zu zeigen, heißt es in Brüssel vorsichtig.

Konkrete Projekte voranbringen

Das Gespräch erleichtern dürfte, dass Juncker ein guter Kommunikator ist und Putin schon lange kennt. Konkret verhandeln - etwa über die Frage der Sanktionen - kann und wird Juncker mit Putin nicht. Das weiß man auch in Moskau. Doch setzt man darauf, jenseits der Konflikte gemeinsame Projekte voranzubringen - etwa eine weitere Gas-Pipeline durch die Ostsee von Russland nach Deutschland.

Der russische Präsident sagte kürzlich mit Blick auf das Wirtschaftsforum: "Es gibt den Willen, das Erreichte der letzten Jahre nicht zu verlieren, sondern weiterzuentwickeln. Alle haben daran Interesse und sehen, dass wir dafür alle Bedingungen schaffen. Ich denke, unsere Partner werden aus ganz pragmatischen Gründen herkommen."

Die Vereinigung Europäischer Unternehmer begrüßte es, dass Kommissionspräsident Juncker nach Petersburg kommt. Es gebe zwar viele Probleme, doch sitze man schließlich auf demselben Kontinent, heißt es von dem Verband. Das kann man wohl nirgendwo besser spüren als in St. Petersburg, wo sich Russland am europäischsten zeigt.

Juncker trifft Putin beim Wirtschaftsforum
M. Sambale, ARD Moskau
16.06.2016 00:48 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: