Griechische Fahne

Griechisch-türkische Grenze Deutsche Journalisten wieder frei

Stand: 10.03.2018 18:04 Uhr

Die zwei in Griechenland festgenommenen deutschen Journalisten sind aus dem Gewahrsam entlassen worden. Ein Gericht stellte fest, dass sie versehentlich in eine militärische Sperrzone gelangt waren.

Die zwei deutschen Journalisten des Norddeutschen Rundfunks, die in Griechenland im Grenzgebiet zur Türkei festgenommen wurden, sind wieder frei. Eine Richterin in der nordgriechischen Stadt Orestiada sprach sie vom Vorwurf des illegalen Betretens einer Sperrzone frei und entließ sie ohne weitere Auflagen, wie der NDR mitteilte. "Die beiden NDR-Journalisten sind wohlauf und haben das Polizeigewahrsam bereits verlassen", heißt es in einer Mitteilung des Senders.

Der Anwalt der beiden, Dimitrios Kadoglou, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Freilassung. "Sie sind wieder frei und können gehen", sagte Kadoglou. Laut NDR erkannte die Richterin an, dass das Grenzgebiet nicht ausreichend gekennzeichnet und eine entsprechende Beschilderung nicht genügend erkennbar gewesen sei. Sie folgte somit dem Antrag der Verteidigung.

Nicht umzäuntes Sperrgebiet

Die beiden Reporter hatten dem NDR zufolge in der Region für das Politikmagazin "Panorama" und das junge Angebot funk zur Situation von Flüchtlingen recherchiert und dabei versehentlich militärisches Sperrgebiet betreten. Sie seien von der Staatsanwaltschaft in Orestiada angehört worden. Ihnen sei das unbefugte Betreten eines Sperrgebiets vorgeworfen worden. Die griechische Polizei hatte die Festnahmen gestern Abend bekanntgegeben.

Die Journalisten waren dem NDR zufolge nahe der Stadt Didyomteicho am Fluss Evros festgenommen worden. Wie der NDR mitteilte, kommt es in der Region häufiger zu diesen Zwischenfällen. Offenbar sei das Sperrgebiet nicht umzäunt und ausreichend beschildert, so dass sich selbst Einheimische dort verlaufen. Trotzdem komme es standardmäßig zu einem Verfahren, wenn Personen im Sperrgebiet aufgegriffen werden.

Flüchtlinge versuchen seit Jahren über den Grenzfluss Evros (türkisch: Meric) nach Griechenland zu gelangen, um von dort weiter nach Mittel- und Nordeuropa zu reisen. Zahlreiche Menschen kamen dabei ums Leben.

Derzeit erhöhte Wachsamkeit

Seit Inkrafttreten des Flüchtlingspakts der EU mit der Türkei im März 2016 ging die Zahl der Grenzübertritte in dem Gebiet jedoch deutlich zurück. Derzeit herrscht in der Region erhöhte Wachsamkeit. Zuletzt wurde griechischen Sicherheitskräften vorgeworfen, Flüchtlinge illegal auf türkisches Staatsgebiet zurückzudrängen. Die Regierung in Athen dementierte entsprechende Berichte.

Erst vor einer Woche waren an dem Fluss zwei griechische Soldaten nach dem Überschreiten der Grenze zur Türkei festgenommen und anschließend unter Spionageverdacht inhaftiert worden. Die beiden gaben an, sie hätten wegen der schlechten Wetterbedingungen die Orientierung verloren. Sie sind in der türkischen Stadt Edirne in Haft. Auch aus diesem Grund sind griechische Grenzschützer im Moment besonders sensibel, was Besucherverkehr im Grenzbereich angibt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. März 2018 um 20:00 Uhr.

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