Mordserie in der Ukraine Prorussischer Journalist erschossen

Stand: 16.04.2015 15:59 Uhr

Unbekannte haben den bekannten prorussischen Publizisten Oles Busina direkt vor seiner Wohnung in Kiew erschossen. Busina war ein Gegner der proeuropäischen Proteste auf dem Maidan im vergangenen Jahr. Präsident Putin sprach von einer politisch motivierten Tat.

Oles Busina | Bildquelle: dpa
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Oles Busina polarisierte seit Jahren mit seinen Büchern zu Geschichtsthemen und als Kolumnist der Zeitung "Segodnja".

Unbekannte haben in der ukrainischen Hauptstadt Kiew den bekannten prorussischen Journalisten und Regierungsgegner Oles Busina erschossen. Die beiden Täter seien maskiert gewesen, teilte das Innenministerium mit. Die Tat habe sich offenbar vor der Wohnung des Journalisten ereignet.

Der 45-Jährige arbeitete für die ukrainische Tageszeitung "Sewodnja" und war für seine prorussischen Artikel bekannt. Zuletzt hatte Busina "Zensur" durch die neuen prowestlichen Machthaber sowie ein Auftrittsverbot im Fernsehen kritisiert. Erst vor kurzem hatte er seinen Posten als Chefredakteur der Zeitung niedergelegt. Im vergangenen Jahr kandidierte er ohne Erfolg für die Partei Russischer Block bei der Parlamentswahl.

Putin spricht von politisch motivierter Tat

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach von einer politisch motivierten Tat. Die Ukraine habe mit einer ganzen Reihe solcher Morde zu kämpfen, sagte er bei seiner jährlichen Bürgerfragestunde in Moskau. Am Mittwoch war ein früherer Abgeordneter der Partei des gestürzten prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, Oleh Kalaschnikow, bei einem ähnlichen Attentat vor seiner Wohnung getötet worden. Die Opfer waren beide bekannte Gegner der prowestlichen Proteste, die 2014 Janukowitsch aus dem Amt trieben.

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