Krankenwagen vor dem italienischen Krankenhaus in Karak | Bildquelle: REUTERS

Jordanien Bewaffnete töten zehn Menschen

Stand: 18.12.2016 21:39 Uhr

Im Süden Jordaniens haben Bewaffnete zehn Menschen getötet, darunter eine kanadische Touristin. Die Angreifer schossen auf Polizeipatrouillen und verschanzten sich in einer Burg. Mehrere Touristen wurden dort von Sicherheitskräften befreit.

Bei mehreren Angriffen auf Polizisten in der jordanischen Stadt Karak sind mindestens zehn Menschen getötet worden, darunter eine kanadische Touristin. Weitere Sicherheitskräfte und Zivilisten seien verletzt worden, teilte die Sicherheitsabteilung der jordanischen Regierung nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Petra mit.

Mehrere Stunden nach Beginn der Angriffe berichteten die Sicherheitskräfte, die Operation zur Bekämpfung der Angreifer sei abgeschlossen. Vier Terroristen seien getötet worden. In einem Versteck seien Sprengstoffwesten, Waffen und große Mengen Sprengstoff gefunden worden.

In Burg verschanzt

Zunächst hätten Unbekannte das Feuer auf ein Polizeiauto in Karak eröffnet, berichtete die unabhängige Zeitung "Al-Ghad". Danach verschanzten sich Bewaffnete in der bei Urlaubern beliebten mittelalterlichen Burg der Stadt. Von dort schossen sie nach diesen Informationen auf das Hauptquartier der Sicherheitskräfte in der Stadt, die östlich des Toten Meeres liegt. Dem Blatt zufolge hielten die Angreifer in der Burg zeitweise 14 Geiseln in ihrer Gewalt, darunter malaysische Touristen. Einige von ihnen seien befreit worden. Jordanische Sicherheitskräfte berichteten hingegen, die Touristen hätten in einem Bereich der Burg ausgeharrt und seien befreit worden.

Über die Lautsprecher der Moscheen nahe der Sehenswürdigkeit wurden die Menschen lokalen Medien zufolge aufgefordert, die Umgebung wegen des Gefechts zu verlassen. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat.

Das Königreich Jordanien gilt bislang als eines der stabilsten Länder der Region. Wegen zahlreicher Kulturdenkmäler zieht es auch viele ausländische Touristen an. Tödliche Konflikte und Anschläge sind vergleichsweise selten. Zu einem tödlichen Anschlag auf das Militär bekannte sich im Juni allerdings die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Dezember 2016 um 21:00 Uhr.

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